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Kranke Stalkerin bedrohte Nachbarin

28.11.2022 • 19:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ohne medikamentöse Behandlung wäre die Angeklagte gefährlich, sagte Gerichtspsychiater Reinhard Haller. <span class="copyright">Symbolbild Hartinger</span>
Ohne medikamentöse Behandlung wäre die Angeklagte gefährlich, sagte Gerichtspsychiater Reinhard Haller. Symbolbild Hartinger

Mutter des Ex-Freundes gestalkt und Nachbarn bedroht.

Die 48-jährige Unterländerin hat nach den gerichtlichen Feststellungen die Mutter ihres Ex-Lebensgefährten mehr als ein Jahr lang gestalkt, Nachbarn gedroht, sie abzustechen, sich gegen ihre Festnahme gewehrt und dabei mit Tritten zwei Polizisten verletzt. Die Mutter von drei Kindern war dabei wegen ihrer durch Drogenkonsum ausgelösten Schizophrenie nach Ansicht von Gerichtspsychiater Reinhard Haller nicht zurechnungsfähig und wäre ohne medikamentöse Behandlung gefährlich.

Bis auf Weiteres stationär betreuen

Deshalb wurde die mit einer Vorstrafe belastete Betroffene am Montag in einem Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen. Das Urteil des Schöffensenats unter dem Vorsitz von Richterin Magdalena Rafolt ist nicht rechtskräftig. Denn die Betroffene nahm drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Verteidiger Heinz Koller sagte, es sei das Beste für seine Mandantin, wenn sie bis auf Weiteres stationär psychiatrisch betreut werde.

Wäre die Frühpensionistin zurechnungsfähig gewesen, wäre sie wegen gefährlicher Drohung, beharrlicher Verfolgung, versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt, schwerer Körperverletzung und versuchter schwerer Körperverletzung schuldig gesprochen worden.

Zustand habe sich gebessert

Gutachter Haller sagte, der Gesundheitszustand der Frau habe sich während ihrer bisherigen vorläufigen Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus gebessert. Nach ein paar Monaten könnte sie voraussichtlich bedingt entlassen und vorläufig in einer Wohngemeinschaft betreut werden. Schizophrenie könne nicht geheilt werden, aber die Krankheitssymptome könnten mit Medikamenten unterdrückt werden.

Die Betroffene habe schon seit 20 Jahren eine Wut auf die Mutter ihres Ex-Lebensgefährten, sagte Staatsanwältin Karin Dragosits. Deswegen habe sie beispielsweise mehrmals die Polizei zu ihr geschickt, mit der falschen Behauptung, die ältere Dame habe Straftaten begangen.

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