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Mitverantwortlich für tödliche Drogenspritze

28.11.2022 • 16:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte soll dem 59-Jährigen Morphium in den Handrücken gespritzt haben. <span class="copyright">Symbolbild Apa/fohringer</span>
Der Angeklagte soll dem 59-Jährigen Morphium in den Handrücken gespritzt haben. Symbolbild Apa/fohringer

35-Jähriger spritzte Alkoholisiertem auf dessen Wunsch Droge und gab ihm Medikament. 59-Jähriger starb.

Für den Drogentod eines 59-Jährigen aus dem Bezirk Bludenz wurde sein 35-jähriger Freund mitverantwortlich gemacht. Der Angeklagte wurde am Montag am Landesgericht Feldkirch wegen grob fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen. Dafür wurde der mit einer Vorstrafe belastete Frühpensionist zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von sechs Monaten und einer unbedingten, dem Gericht zu bezahlenden Geldstrafe von 960 Euro (240 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt.

Höchststrafe drei Jahre Gefängnis

Das Urteil von Richter Christoph Stadler, mit dem der Angeklagte und Staatsanwalt Philipp Höfle einverstanden waren, ist rechtskräftig. Die mögliche Höchststrafe wäre drei Jahre Gefängnis gewesen. Die verhängte kombinierte Strafe entspricht zehn Monaten Haft.

Nach Ansicht des Richters hat der Angeklagte am 14. April in einer Wohnung in Bludenz den Tod eines Freundes grob fahrlässig herbeigeführt. Demnach hat der alkoholisierte 35-Jährige dem mit 1,7 Promille alkoholisierten 59-Jährigen jeweils auf dessen Wunsch eine halbe Tablette eines verschreibungspflichtigen Beruhigungsmittels überlassen und ihm Morphium in den rechten Handrücken gespritzt.

An Sauerstoffmangel gestorben

Nach den gerichtlichen Feststellungen wurde der 59-Jährige durch die Einnahme des Substanzencocktails bewusstlos und auch vom Angeklagten ins Bett getragen. Dort starb der an Alkohol gewöhnte Mann an Sauerstoffmangel. Tödlich gewirkt habe an der konsumierten Mischung aus Alkohol, Medikament und Rauschgift vor allem der Drogenwirkstoff Morphin, sagte der Innsbrucker Gerichtsmediziner Walter Rabl bei der Erörterung seines Gutachtens im Gerichtssaal.

Mildernd wertet der Strafrichter die verminderte Zurechnungsfähigkeit des zur Tatzeit alkoholisierten Angeklagten. Erschwerend wirkte sich die Tatbegehung während der Probezeit aus. Denn über den 35-Jährigen wurde im November 2021 am Landesgericht wegen falscher Zeugenaussage eine Geldstrafe verhängt, von der ein Teil für eine Bewährungszeit von drei Jahren auf Bewährung nachgesehen wurde.

Habe sich selbst gespritzt

Verteidiger Maximilian Fritz beantragte einen Freispruch. Der Angeklagte sagte, er sei nicht schuldig. Er habe dem 59-Jährigen das Morphin nicht gespritzt, das habe sein Freund selbst getan. Und er habe das Beruhigungsmittel auf den Tisch gelegt und so anderen zur Verfügung gestellt. Ein 60-Jähriger, der an dem Abend in der Wohnung anwesend war, sagte als Belastungszeuge aus.

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