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Haft: Ladendieb mit Fanta in Unterhose

29.11.2022 • 19:19 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wegen versuchten Diebstahls muss der Angeklagte in Haft. <span class="copyright">Hartinger</span>
Wegen versuchten Diebstahls muss der Angeklagte in Haft. Hartinger

Zwei Monate Haft für Vorbestraften, der Glück hatte, dass Gericht keinen räuberischen Diebstahl annahm.

Wegen versuchten Diebstahls einer 11,99 Euro teuren Wodkaflasche und einer Flasche Fanta im Wert von 1,25 Euro in einem Feldkircher Lebensmittelgeschäft im Dezember 2021 wurde der mit vier einschlägigen Vorstrafen belas­tete Angeklagte am Dienstag am Landesgericht Feldkirch zu einer Zusatzstrafe von zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Das Urteil des Schöffensenats unter dem Vorsitz von Richter Martin Mitteregger, mit dem der von Hubert Kinz verteidigte Angeklagte und Staatsanwalt Philipp Höfle einverstanden waren, ist rechtskräftig. Die mögliche Höchststrafe wäre sechs Monate Haft gewesen.

Vermindert zurechnungsfähig

Im Zweifel ging der Schöffensenat nicht vom angeklagten versuchten räuberischen Diebstahl mit einem Strafrahmen von sechs bis fünf Monaten Gefängnis aus. Dem wegen des Konsums von Alkohol und Drogenersatzmedikamenten vermindert zurechnungsfähigen Angeklagten sei nicht zu unterstellen, dass er deshalb den Security zu schlagen und sich von ihm loszureißen versucht habe, um die in der Unterhose versteckte Fantaflasche behalten zu können, sagte Richter Mitteregger.
Als die herbeigerufene Polizei ins Geschäft kam, gab der 23-Jährige die Limonade heraus. Vor seiner Gewaltanwendung hatte der junge Mann aus dem Bezirk Bludenz dem Security die in seiner Jackeninnentasche verstaute Wodkaflasche übergeben.

Im März schon verurteilt

Das Landesgericht hatte Rücksicht auf die Verurteilung vom März 2022 am Bezirksgericht Bludenz zu nehmen. Damals war über den Drogenkonsumenten wegen eines Diebstahls, begangen am Tag vor dem jetzt vom Landesgericht zu beurteilenden Diebstahl, zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Freiheitsstrafe von zwei Monaten verhängt worden.
„Man kann nicht noch einmal eine bedingte Strafe gewähren“, sagte Richter Mitteregger. „Der Krug geht zum Brunnen, bis er bricht.“ Der Arbeiter kann die Haftstrafe voraussichtlich mit einer Fußfessel daheim verbüßen.

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