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Bestätigt: Neuerlich Haft nach Missbrauch

30.11.2022 • 19:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Im März wurde dem Angeklagten der Prozess wegen Missbrauchs an einer zweiten Nichte gemacht. <span class="copyright">Symbolbild Shutterstock </span>
Im März wurde dem Angeklagten der Prozess wegen Missbrauchs an einer zweiten Nichte gemacht. Symbolbild Shutterstock

Auch Oberlandesgericht hielt Zusatzstrafe von fünf Jahren und vier Monaten für angemessen. Angeklagter wurde schon 2004 für Missbrauch der anderen Nichte verurteilt.

Die beiden unmündigen Töchter seines Bruders hat der Angeklagte nach Ansicht der Richter missbraucht. 2004 wurde er am Landesgericht Feldkirch rechtskräftig zu 20 Monaten Haft verurteilt, weil er eines der Mädchen missbraucht hat. Heuer im März wurde über ihn in einem Schöffenprozess am Landesgericht eine Zusatzstrafe von fünf Jahren und vier Monaten verhängt, da er sich nach den gerichtlichen Feststellungen auch an der anderen Nichte vergangen hat.
Das Urteil ist seit Mittwoch rechtskräftig. Denn in der Berufungsverhandlung am Oberlandesgericht Innsbruck wurde am Mittwoch das erstinstanzliche Strafmaß bestätigt. Damit wurde der Strafberufung des 47-jährigen Angeklagten keine Folge gegeben.

Teilschmerzengeld herabgesetzt

Das Teilschmerzengeld, das der Arbeiter seiner Nichte zu bezahlen hat, wurde in zweiter Instanz von 86.000 auf 45.000 Euro herabgesetzt. Er haftet zudem für allfällige künftige Schäden. Bereits im September wurde der Feldkircher Schuldspruch bestätigt. Denn der Oberste Gerichtshof (OGH) in Wien gab der Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten keine Folge.

Glaubwürdige Angaben

Die Richter hielten die Angaben der Nichte des Angeklagten für glaubwürdig. Demnach wurde sie von ihrem Onkel zwischen 1997 und 2000 mehrfach schwer missbraucht und einmal sogar vergewaltigt. Das Mädchen war zu Beginn der schweren Übergriffe elf Jahre alt, ihr Onkel 21.
Der psychiatrische Gerichtsgutachter meinte, das Opfer sei durch die Taten schwer traumatisiert worden. Rechtlich wurden die psychischen Tatfolgen als schwere Körperverletzung gewertet. Deshalb betrug der Strafrahmen nicht ein bis zehn Jahre Gefängnis, sondern fünf bis 15. Bei der Strafbemessung sei man im unteren Bereich geblieben, weil die Taten mehr als 20 Jahre zurückliegen und der Angeklagte wegen der Rücksichtnahme aufs erste Urteil als unbescholten gelte, sagte der vorsitzende Richter des Feldkircher Schöffensenats.

Sieben Jahre

Wären die jetzt angeklagten Taten auch schon 2004 im Prozess wegen der Übergriffe auf das andere Mädchen beurteilt worden, wäre aus Sicht des Schöffensenats damals eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren angemessen gewesen.
Der Angeklagte bestritt die Tatvorwürfe und beantragte einen Freispruch. Der Unterländer sagte, er sei mit seiner Nichte nie allein gewesen. Aber sein Bruder und seine Schwägerin gaben als Zeugen vor Gericht an, er sei sehr wohl für ihre Kinder Babysitter gewesen.

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