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Mehr Ziffern, weniger Kursbücher

01.12.2022 • 17:44 Uhr / 7 Minuten Lesezeit
Siegfried Burtscher, Christian Hillbrand, Daniel Zadra und Simon Tschann standen Rede und Auskunft. <span class="copyright">VVV/Land/Hofmeister</span>
Siegfried Burtscher, Christian Hillbrand, Daniel Zadra und Simon Tschann standen Rede und Auskunft. VVV/Land/Hofmeister

Die Verkehrsverbund-Verantwortlichen informierten über den Fahrplanwechsel.

Mit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember gibt es beim Verkehrsverbund Vorarlberg (VVV) zahlreiche Neuerungen. Diese reichen von kleineren Detailanpassungen im Fahrplan, um etwa die Anschlüsse zu verbessern, über neue Verbindungen bis hin zu einer kompletten Neugestaltung der Linien-Nummerierung bei den Bussen.

Letztere wird notwendig, weil ein System mit zweistelligen Nummern nicht unbedingt für 150 Buslinien geeignet sei, erläuterte VVV-Geschäftsführer Christian Hillbrand am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Bludenz. Mit einem Augenzwinkern merkte er an, dass man damit auch etwas für die geistige Fitness der Nutzer des öffentlichen Verkehrs tue. Mithilfe einer kleineren Kampagne unter dem Titel „Die 100er sind los“ sollen die Kunden bei der Umstellung auf die neuen Busnummern unterstützt werden.

Logisches Konzept

Beim neuen Nummernsystem sei darauf Wert gelegt worden, dass dieses einem logischen Konzept folge. So bezieht sich die erste Zahl jeder Linie auf die Region, in der diese unterwegs ist. In der Landeshauptstadt Bregenz und deren Umland wird dies beispielsweise die Ziffer „1“ sein, in der Region Damüls/Bregenzerwald die Ziffer „8“. Insgesamt gibt es acht derartige Regionen.

Vielerorts gibt es zum Fahrplanwechsel Änderungen im Detail. <span class="copyright">Hartinger</span>
Vielerorts gibt es zum Fahrplanwechsel Änderungen im Detail. Hartinger

Die zwei übrigen Zahlen dienen der Nummerierung der Linien, wodurch im neuen System jede eine landesweit individuelle Bezeichnung erhält. Denn bisher wurden Nummern – gerade bei den Stadt- und Ortsbussen – auch doppelt vergeben. Es gab also beispielsweise sowohl in Dornbirn als auch in Feldkirch einen Stadtbus der Linie „1“. Mit dem Fahrplanwechsel werden diese in Kombination mit der Regionsziffer zur Linie „201“ (Dornbirn) beziehungsweise „401“ (Feldkirch). Eine genaue Übersicht über die neuen Busnummern gibt es online auf vmobil.at/100er, aber auch in gedruckter Form als Folder, der in allen Servicestellen des Landes sowie in den Gemeindeämtern erhältlich ist.

Die Regionsziffern

Ab 11. Dezember werden die Buslinien dreistellig. Die erste Ziffer steht dabei jeweils für die Region, in der die Linie unterwegs sind. Dabei handelt es sich um folgende acht Regionen:

„1xx“: Bregenz, Unterland

„2xx“: Dornbirn

„3xx“: Region am Kumma

„4xx“: Feldkirch, Oberes Rheintal

„5xx“: Bludenz, Walgau, Walsertal, Brandnertal

„6xx“: Schruns/Tschagguns, Montafon

„7xx“: Lech, Klostertal, Arlberg

„8xx“: Damüls Bregenzerwald

Doch gibt es zum Fahrplanwechsel nicht nur neue Nummern für die Buslinien. Es werden auch drei neue Kurse angeboten. Besonders freuten sich darüber die beiden Bürgermeis­ter Simon Tschann (ÖVP/Bludenz) und Georg Bucher (SPÖ/Bürs). Denn die neue Stadtbuslinie „504“ wird künftig die beiden Kommunen miteinander verbinden. Die Idee dazu habe es schon länger gegeben, denn die Zeit des Kirchturmdenkens in den Gemeinden sei längst vorbei, berichtete Tschann. Die neue Linie sieht er als Gewinn für beide Orte. In zwei Jahren soll evaluiert werden, wie gut das Angebot von den Fahrgästen angenommen wurde.

Weitere neue Verbindungen

Doch nicht nur in Bludenz darf man sich über eine neue Linie freuen. In Feldkirch verbindet ein neuer Stadtbuskurs („409“) Tisis mit der Innenstadt. Auch beim Antoniushaus gebe es einen Halt, sagte Siegfried Burtscher, Geschäftsführer des Stadtbus Feldkirch. Damit werde auch ein häufig geäußerter Kundenwunsch erfüllt. Im Unterland gibt es mit der Linie „165“ eine neue Busverbindung zwischen dem Lustenauer Bahnhof, Höchst und Gaißau.

In Hohenems gibt es in Sachen Busnummern eine Besonderheit. <span class="copyright">Stiplovsek</span>
In Hohenems gibt es in Sachen Busnummern eine Besonderheit. Stiplovsek

Sonderfall in Hohenems

Zwar gibt es im Vorarlberger Busnetz erstmals flächendeckend dreistellige Liniennummern, aber schon bisher war im Land ein Bus mit einer dreistelligen Linienbezeichnung im öffentlichen Verkehr unterwegs. In Hohenems lief die grenzüberschreitende Verbindung nach Herbrugg im benachbarten Kanton St. Gallen und retour als Linie „303“. Diese Bezeichnung wird jedoch ab 11. Dezember für eine Fahrtstrecke beim Ortsbus am Kumma verwendet.

Aus diesem Grund wird der Bus zwischen Hohenems und Herbrugg künftig auf dem Schweizer Teil der Strecke mit der altbekannten Bezeichnung als Linie „303“ unterwegs sein. In Vorarlberg wird dagegen die neue Ziffernkombination „323“ verwendet. In einem ersten Schritt werden vorerst beide Bezeichnungen bei den Anzeigen der Busse verwendet, heißt es auf der Webseite des Verkehrsverbunds Vorarl­berg. Auf den Anzeigen an den Fahrzeugen wird künftig je nach Fahrtrichtung „303/323 Schlossplatz Hohenems“ beziehungsweise „303/323 Herbrugg“ zu lesen sein.

Doch nicht nur beim Busverkehr tut sich zum Fahrplanwechsel etwas. Auch in Sachen Schienenverkehr gibt es Neuerungen, wie Mobilitätslandesrat Daniel Zadra (Grüne) berichtete. So gebe es bei der Linie „R5“, der sogenannten Südschleife von Feldkirch beziehungsweise Dornbirn über Lustenau bis St. Margrethen (CH), eine Weiterentwicklung. Mit dem Fahrplanwechsel würden künftig alle Kurse von Lustenau bis St. Margrethen geführt. Zudem gebe es drei zusätzliche Fahrten. Gleichzeitig räumte Zadra ein, dass die Zugverbindung noch bekannter gemacht werden muss.

Ein zusätzliches Angebot gibt es ab 11. Dezember auch auf der Strecke von Feldkirch nach Buchs. Ebenfalls weiter ausgebaut wird der Fahrplan auf der Hauptstrecke zwischen Bludenz und Bregenz. So gibt es künftig von Montag bis Freitag um 17.04 Uhr einen zusätzlichen Zug von Bregenz aus.

Weniger Kursbücher

Den umgekehrten Weg gehen die VVV-Verantwortlichen dagegen beim gedruckten Kursbuch. Dieses werde heuer nur noch in einer Kleinauflage von 5000 Stück erscheinen. Bisher seien es 50.000 Stück gewesen, die an alle Haushalte verteilt worden seien. Im Sinne eines bewussten Umgangs mit Energie und Ressourcen habe man sich zu diesem Schritt entschieden, meinte Hillbrand. Immerhin könne der Fahrplan auch in elektronischer Form auf der „vmobil“-Webseite oder über die App abgerufen werden. Wer dennoch ein gedrucktes Exemplar möchte, kann dieses in den Servicestellen sowie den Vmobil-Centern zum Selbstkos­tenpreis von zwei Euro erwerben.

Alle Details zu den Änderungen durch den Fahrplanwechsel gibt es auf vmobil.at.

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