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Nacktfoto eines Buben ist Kinderpornografie

01.12.2022 • 19:42 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte soll das Bild in eine Whatsappgruppe gestellt haben. <span class="copyright">Symbolbild Shutterstock</span>
Der Angeklagte soll das Bild in eine Whatsappgruppe gestellt haben. Symbolbild Shutterstock

Teilbedingte Geldstrafe für 27-Jährigen, der Nacktfoto eines unmündigen Kindes weitergeleitet hat.

Das weitergeleitete Nacktfoto eines unmündigen Buben wertete Richterin Silke Sandholzer als Kinderpornografie. Wegen pornografischer Darstellung Minderjähriger wurde der unbescholtene Schichtarbeiter am Landesgericht Feldkirch zu einer teilbedingten Geldstrafe von 2880 Euro (240 Tagessätze zu je 12 Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 720 Euro. 2160 Euro wurden für eine Bewährungszeit von drei Jahren bedingt nachgesehen. Das Urteil, mit dem der 27-jährige Angeklagte und Staatsanwalt Philipp Höfle einverstanden waren, ist rechtskräftig. Die mögliche Höchststrafe wäre drei Jahre Gefängnis gewesen. Die verhängte Geldstrafe entspricht vier Monaten Haft.

In Whatsappgruppe gestellt

Der im Unterland lebende Syrer hatte das Nacktfoto zugeschickt bekommen und dann in eine Whatsappgruppe von arabischen Männern gestellt. Auf dem reißerisch verzerrten Foto sei ein rauchender unmündiger Bub in aufreizender Pose zu sehen, versehen mit dem arabischen Wort für „himmlisch“, sagte der Staatsanwalt.
Das Lichtbild könne sexuelle Erregung auslösen, sagte Richterin Sandholzer in ihrer Urteilsbegründung. Sie verwies dazu auf rechtskräftige Verurteilungen von anderen Teilnehmern der Whatsappgruppe wegen dieses Fotos und auf die Rechtsprechung des Oberlandesgerichts Innsbruck.

Zunächst Freispruch beantragt

Verteidigerin Serpil Dogan hatte zunächst einen Freispruch beantragt. Weil ihr Mandant aus dem arabischen Kulturkreis das Foto nicht als Kinderpornografie empfunden habe, sondern als lustiges Bild, das nicht der sexuellen Erregung diene. Der Angeklagte sagte zuerst, er sei nicht schuldig. Nach der Erörterung der Rechtsprechung durch die Richterin und auf Anraten seiner Anwältin bekannte sich der 27-Jährige letztlich doch schuldig. Richterin Sandholzer merkte an, normalerweise werde bei Kinderpornografie zusätzlich zur Geldstrafe auch eine bedingte Haftstrafe verhängt.

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