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Trump wird der eigenen Partei zu viel

05.12.2022 • 17:45 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Trump wird der eigenen Partei zu viel
Trump sorgt nicht zuletzt in den Reihen der republikanischen Partei für Entsetzen.(C) AP/REBECCA BLACKWELL

Der Ex-Präsident will die Verfassung aushebeln.

Es waren Aussagen, die bei jedem Verfassungsschutz den Rotalarm auslösen würden: “Ein massiver Betrug dieser Art und dieses Ausmaßes ermöglicht die Aufhebung aller Regeln, Vorschriften und Artikel. Sogar derjenigen, die in der Verfassung stehen!”, polterte Ex-Präsident Donald Trump nun in noch nie vernommener Klarheit über einen – bis heute völlig unbelegten – Betrug bei der Präsidentenwahl 2020: Dieser soll ihn den Sieg gekostet haben, Millionen Anhänger folgen weiterhin ihm und seinen Brandreden, bar aller Fakten. Wohin es am Ende gehen kann, zeigte der Kapitolsturm Anfang 2021.

Nach der viel diskutierten Bekanntgabe seine Wiederkandidatur setzt der Rechtspopulist weiter unverhohlen auf Spaltung – und greift das Heiligste der USA an. Dass er die Verfassung auszuhebeln trachtet, ruft selbst Teile seiner eigenen Partei auf den Plan. Die Republikanerin Liz Cheney, noch nie der größte Trump-Fan: “Kein ehrlicher Mensch kann mehr leugnen, dass Trump Feind der Verfassung ist.” Ihr Parteikollege Adam Kinzinger: “Irrsinn!”

Trump ist der angeschlagene Boxer, den man trotz innerparteilicher Konkurrenz durch Ron DeSantis nicht abschreiben möge. Er ist aber auch der Hochrisikokandidat, den seine eigene Partei infrage stellen muss: Ist ein Verfassungsfeind noch als erste republikanische Wahl verkaufbar? Worauf fußt das Präsidentenamt, wenn nicht auf dem, was er attackiert?

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