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Diese Firma freut sich über kostante Nachfrage

15.12.2022 • 21:24 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Längle Group in Klaus.  <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Längle Group in Klaus. Klaus Hartinger

Der Umsatz 2022/23 der Längle Group in Klaus bewegt sich auf dem Niveau der Vorjahre.

Der Oberflächenbehandler Längle Group berichtet für das zu Ende gehende Geschäftsjahr 2022/23 (Jänner) von einer unverändert zufriedenstellenden Geschäftsentwicklung. „Unsere Auftragsbücher sind voll, und die Nachfrage ist weiterhin konstant“, so Geschäftsführerin Andrea Längle. Bislang zumindest könne man auf der Nachfrageseite von keiner Krise sprechen.

Verlässlicher Kunde

Auch die für Längle wichtige Bauwirtschaft sei im heurigen Jahr bis herauf in die Gegenwart ein verlässlicher Kunde geblieben, heißt es. Von Vorteil für den Oberflächenbehandler sei auch, dass die saisonalen Schwankungen am Bau zurückgehen und die Branche fast das ganze Jahr über durcharbeite.
Für das Geschäftsjahr 2022/23 erwartet Andrea Längle einen Umsatz in der Größenordnung von etwa 8,5 Millionen Euro, was dem Niveau der beiden vorangegangenen Jahre entspreche. Die konstante Entwicklung könne man auch darauf zurückführen, dass Längle kundenseitig seit Jahren auf einen breiten Branchenmix setze, um von etwaigen Rückgängen einzelner Absatzbereiche nicht zu stark getroffen zu werden, sagt sie.

Ländle Group

Die Längle Group in Klaus beschäftigt rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zur Gruppe gehören die Längle GmbH und die Längle Pulverbeschichtung GmbH. Das Familienunternehmen führt als Komplettanbieter für die Oberflächenbehandlung fast alle damit verbundenen Arbeiten selbst durch.

Neben dem Bau zählen die Beschattungsindus­trie (Markisen und Co) sowie die Hersteller von Beleuchtungssystemen zu den drei wichtigsten Kundensegmenten. Vergleichsweise neu mit einem auffallend starken Wachstum seien Kunden, deren Produkte in verschiedenen Bereichen der Foto­voltaik-Branche zum Einsatz kommen. Dazu gehören etwa Gehäuseteile für Steuerungen und Schaltschränke oder Verteilerkästen.

„Dieser Bereich dürfte unser viertes Standbein werden. Wir haben hier Kunden, die in den vergangenen Monaten im Vergleich zu früher die doppelten Mengen zur Bearbeitung angeliefert haben“, so Längle. Die Abnehmer befänden sich insbesondere in Süddeutschland. Interessant sei auch, dass sich in der jüngeren Vergangenheit vermehrt Kunden aus der Schweiz mit Anfragen gemeldet hätten.

Geschäftsführerin Andrea Längle.  <span class="copyright">NEUE-Archiv</span>
Geschäftsführerin Andrea Längle. NEUE-Archiv

Die Längle-Geschäftsführerin geht derzeit davon aus, dass das Unternehmen im kommenden Frühjahr die über den Winter ausgesetzte vierte Schicht wieder einführen werde, um die zu erwartende steigende Nachfrage im Fotovoltaik-Bereich abdecken zu können. Dies hänge jedoch auch davon ab, wie sich die regionale Baukonjunktur tatsächlich entwickle. Von einem Unternehmenswachstum im kommenden Jahr sei insgesamt eher nicht auszugehen.

Personal und Energie

Den noch guten Nachrichten auf der Nachfrageseite stehen wie bei anderen Unternehmen auch die schlechten Nachrichten auf der Kosten- und Aufwandseite gegenüber. So sei die Läng­le Group vom vorherrschenden Personalmangel ebenso betroffen wie von den stark steigenden Energiekosten. Längle gehöre zu den energieintensiven Unternehmen. Etwa 70 Prozent des Energiebedarfs werden mit Gas gedeckt, der Rest mit Strom. Dafür steht auch eine Fotovoltaik-Anlage zur Verfügung.

Als Notfall-Back-up-Lösung hat Längle eine Beschichtungsanlage, die sowohl mit Gas als auch mit Öl betrieben werden kann. „Wir werden gefragt, ob wir auch dann liefern können, wenn kein Gas mehr kommt. Das wird mittlerweile ein Kriterium, die Kunden wollen Ausfallsicherheit“, sagt Andrea Längle.

Erweiterung verschoben

Aufgrund der unsicheren Konjunkturprognosen hat sich die Längle Group unterdessen dazu entschieden, die rund fünf Millionen Euro schwere Erweiterung des Firmenstammsitzes in Klaus auf unbestimmte Zeit auf Eis zu legen. Eigentlich hätte der Bau wie berichtet heuer umgesetzt werden sollen. „Das ist eine Vorsichtsmaßnahme“, so Längle. Man könne den Platzbedarf mit internen Optimierungen bis auf Weiteres abdecken. Denn auch auf Kundenseite hätten sich die Anforderungen bezüglich größerer Lagerkapazitäten bei Läng­le wieder geändert.

Von Günther Bitschnau/wpa

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