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Spanische Lebensfreude auf exotischem Papier

06.01.2023 • 20:07 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Künstlerin Bianca Tschaikner <span class="copyright">Bianca Tschaikner</span>
Die Künstlerin Bianca Tschaikner Bianca Tschaikner

Mit ihren Werken bringt Künstlerin Bianca Tschaikner Inspirationen der Insel Mallorca in die Bregenzer Galerie Lisi Hämmerle.

Einen Monat lang war die Künstlerin Bianca Tschaik­ner im Rahmen einer Artist in Residency in der Fundacío Miró in Palma in der Hauptstadt von Mallorca im alten Druckgrafikstudio von Joan Miró in Son Boter. Dort hatte der Künster Miró seine künstlerischen Spuren hinterlassen und in seinem Erbe verfügt, dass ein Museum gebaut wird – das etwa 6000 Gemälde, Bilder, Skulpturen, graphische Werke und weitere Gegenstände beheimatet – und zudem auch andere Künstler die Möglichkeit haben, vor Ort zu arbeiten und die Atmosphäre der Insel einfließen lassen.

Aquarellmonotypien von Bianca Tschaikner
Aquarellmonotypien von Bianca Tschaikner

Aus der Mythologie

So hat sich Tschaikner von ihrem Umfeld beeinflussen lassen und sich mit der mediterranen Atmosphäre und den Mythen auseinandergesetzt. In der Galerie Lisi Hämmerle kann man noch bis 14. Jänner die in dieser Zeit entstandenen Werke betrachten: Die Variationen der mystischen Weberin Balanguera, die die Fäden von Raum und Zeit webt, die Palme als Metapher für die Sehnsucht und das Anderswo und auch die Frau mit dem Fisch in der Hand kommt öfters vor.

„Die Dinge entstehen im Zwischenspiel der Mythologie und meiner Imagination“, beschreibt Tschaikner. Zudem sieht sie die Arbeiten als Gegenstück zu den im Winter in Nordspanien entstandenen Werken, die 2021 in der Ausstellung „The Far Province“ gezeigt wurden. Anstatt einer versunkenen und dunklen Stimmung würden sich die Arbeiten mit der Lebensfreude und dem sonnigen und offenen Stimmung der spanischen Insel und ihrer Natur beschäftigen.

Inspirationen aus Mallorca
Inspirationen aus Mallorca


In Spanien hat Tschaikner auch in technischer Hinsicht experimentiert und exotische Papiere aus Japan, Korea und Nepal in ihre Arbeit einfließen lassen. Die Papiere werden aus unterschiedlichen Pflanzen hergestellt und unterscheiden sich in Textur sowie Farbe und sind teilweise ganz dünn und stoffartig. „Das Bild verändert sich, je nachdem was man für ein Papier verwendet“, sagt Tschaikner, wobei nicht alles bei jedem Papier möglich sei. Wenn Tschaikner die Bilder druckt, könne sie meistens nur erahnen, wie das fertige Werk danach aussieht.
Neben Druckerschwärze hat die Künstlerin in der Druckgrafik auch die Technik der Aquarellmonotypie erlernt, wobei der Zufall eine große Rolle spielt, weil Tschaikner „einen Prozess durchläuft, den man nur bis zu einem gewissen Grad kontrollieren kann und das Ergebnis im Positiven wie im Negativen immer überraschend ist. Es geht auch vieles schief.“

Für die Künstlerin wird der Kreislauf der Arbeiten in der Galerie fortgesetzt. Die Bilder entstehen aus den Inspirationen des Ortes und „leben weiter und interagieren mit den Menschen in einer Weise, zu der ich keinen Zugang mehr habe.“ Am kommenden Montag gestalten Bianca Tschaik­ner und sechs Musikerinnen und Musiker von der Band Sapperlotta eine mit Bildern untermalte Musiklesung, deren Lieder und Geschichten von fernen Ländern inspiriert sind. Im zweiten Teil wird das Programm mit Lichtmalerei von der Künstlerin untermalt.

„Isla“: bis 14. Jänner, Bregenz.

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