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Ein Detektiv aus der Welt der Gauner

11.01.2023 • 20:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der neue Krimi von Alex Beer.  <span class="copyright">PENGUIN RANDOM HOUSE</span>
Der neue Krimi von Alex Beer. PENGUIN RANDOM HOUSE

In ihrem neuen Roman „Felix Blom – Der Häftling aus Moabit“ erschafft Alex Beer einen sympathischen Verbrecher.

Die gebürtige Vorarlbergerin Daniela Larcher, besser bekannt unter dem Pseudonym Alex Beer, hat mit Felix Blom einen neuen Detektiv erschaffen. Und wie könnte es anders sein, ist dieser Kriminalroman wieder in der Vergangenheit angesiedelt, genauer gesagt am Ende des 19. Jahrhunderts in Berlin. Gingen ihre Detektive schon im Wien der Zwischenkriegszeit (Kriminalinspektor August Emmerich) und im Nürnberg des Zweiten Weltkriegs (Sonderermittler Isaak Rubinstein) auf Spurensuche, so ist der Tatort jetzt Berlin. Das Genre des historischen Kriminalromans liegt Alex Beer einfach.

Der neue Detektiv Felix Blom ist eigentlich ein stadtbekannter Verbrecher, der die letzten Jahre zu Unrecht im berüchtigten Gefängnis Moabit festgesessen ist. Wieder in Freiheit bekommt er als Auflage die Verpflichtung aufgebrummt, innerhalb von nur drei Tagen eine Unterkunft und eine Arbeit zu finden. Sonst muss er zurück ins Gefängnis. Eine schier unlösbare Aufgabe, käme er nicht im Detektivbüro seiner Nachbarin Mathilde Voss unter, einer ehemaligen Prostituierten.

Die Vorarlberger Autorin Alex Beer <span class="copyright">Pamela Rußmann</span>
Die Vorarlberger Autorin Alex Beer Pamela Rußmann

Meisterdieb als Detektiv

So abenteuerlich so gut. Das ungleiche Paar ist in seinem ers­ten Fall einem mysteriösen Mörder auf der Spur, der seinen Opfern Briefe mit eindeutigen Botschaften zukommen lässt. „Binnen dreißig Stunden musst Du eine Leiche sein“. Diese Drohung macht der Mörder mit kaltblütigem Einsatz wahr. Als dann auch Felix Blom einen solchen Brief bekommt, wird die ganze Geschichte dramatisch. Alex Beer zeichnet einen kauzigen und humorvollen Verbrecher und Detektiv Felix Blom, der sich vom Saulus zum Paulus wandelt. Man sympathisiert sofort mit diesem Kerl, der eigentlich nur aus Verlegenheit Verbrecher geworden ist. Blom kennt die Welt der Gauner und auf seiner Verbrechersuche ist es nur von Vorteil, wenn er wieder mit alten Bekannten Kontakt schließen kann.
Alex Beer führt mit einem Augenzwinkern auch in die Techniken der Verbrecher ein und legt die kleinen Tricks offen, mit denen der ehemalige Straßenkriminelle Felix Blom über die Runden kam. Das dramatische Finale des Romans lässt Krimifans staunen und macht gespannt auf den zweiten Teil, der am Ende schon angedeutet wird. Leseempfehlung!

Von Daniel Furxer

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