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Wolford braucht neuen Sitz in Vorarlberg

23.01.2023 • 22:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Liegenschaft wurde 2020 für rund 72 Millionen Euro an Blum verkauft. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Die Liegenschaft wurde 2020 für rund 72 Millionen Euro an Blum verkauft. Klaus Hartinger

Stammsitz in Bregenz wurde wie berichtet vor drei Jahren an die Firma Blum verkauft.

Der Wäschehersteller Wolford AG ist auf der Suche nach einem neuen Firmenstammsitz samt Produktion und Verwaltung in Vorarl­berg. Der Grund dafür sind auslaufende Mietverträge am Hauptsitz in Bregenz, wie aus Informationen der Wirtschaftspresseagentur hervorgeht. Wie berichtet hat Wolford im Frühjahr 2020 seinen alteingesessenen Firmenstammsitz in der Landeshauptstadt um rund 72 Millionen Euro an den Höchster Beschlägehersteller Blum verkauft. Damals hieß es, Wolford werde die verkauften Flächen „langfristig“ zurückmieten.

Dieses „langfristige“ Zurückmieten der Flächen dauert jetzt offenbar nur etwa sieben Jahre. Denn der neue Standort muss ab 2027 zur Miete zur Verfügung stehen. Bei der Standortsuche mithelfen wird auch die Wisto Wirtschaftsstandort Vorarlberg GmbH. Wie Bernd Hilby von der Wisto auf Anfrage bestätigte, sei man von Wolford beauftragt worden, eine entsprechende Suche – auch unter Nennung des Firmennamens – zu lancieren. Die Standortsuche für Unternehmen, die sich in Vorarlberg ansiedeln oder innerhalb des Landes umsiedeln wollen, gehöre zu einer der Kernaufgaben der Wisto, so Hilby.

Abstimmung

Beim Beschlägehersteller Blum bestätigte Samuel Dürr von der Abteilung Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, dass die bestehenden Mietverträge für das Wolford-Areal in Bregenz im Laufe des Jahres 2027 auslaufen werden. Man sei in enger Abstimmung mit Wolford, was den tatsächlichen Flächenbedarf betrifft. Schon jetzt nutze Blum größere Teilflächen auf dem Areal für eigene Zwecke.

Der gesuchte neue Standort sollte gemäß dem Wisto-Rundschreiben eine Nutzfläche von mehr als 10.000 Quadratmeter aufweisen. Dort untergebracht werden die Bereiche Strickerei, Ausrüstung, Färberei, Labor, Entwicklung, Nähtechnik und Bürobereiche sowie produktionsnahe Büroflächen. Dazu kommen Logistik- und Sozialbereiche. Der neue Standort sollte sich im Rheintal, im Walgau oder im Bregenzerwald befinden. Manche Abteilungen könnten räumlich getrennt sein. Kooperationen mit anderen Unternehmen seien denkbar und erwünscht. Wichtig sei, dass bestimmte Voraussetzungen für Färberei, Wasser und Abwasser sowie Chemie gegeben sind.

Weniger Personal

Im Wisto-Schreiben fällt auf, dass Wolford an dem neuen Standort nach eigenen Angaben rund 250 Mitarbeitende beschäftigen wolle. Im Halbjahresbericht 2021/22 listet Wolford für Österreich rund 380 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Basis VZÄ) auf. Selbst wenn darin auch die Beschäftigten der Wolford-Stores in Österreich enthalten sind, so würde dies doch eine spürbare Reduktion des Personalstandes in Vorarl­berg bedeuten. Wie berichtet, sollen laut „profil“ die Personalkosten beim Wäschehersteller um zehn Prozent gesenkt werden. Dazu müsse auch ein Personalabbau erfolgen.

Von Wolford gab es bis Redaktionsschluss noch keine Stellungnahme.

Günther Bitschnau/wpa

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