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Haftstrafe: Kind des Vermieters missbraucht

24.01.2023 • 13:08 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Hartinger

33-jähriger Frühpensionist musste sich bei Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch verantworten.

Der geständige Angeklagte aus dem Bezirk Dornbirn hat am 1. Mai 2022 in der Nacht in seinem Zimmer die neunjährige Tochter seines Vermieters im unbekleideten Intimbereich gestreichelt.

Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch

Der Vorfall trug dem ledigen 33-Jährigen am Dienstag in einem Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch einen Schuldspruch wegen des Verbrechens des sexuellen Missbrauchs von Unmündigen ein. Dafür wurde der unbescholtene Angeklagte zu einer Haftstrafe von 15 Monaten verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, im Gefängnis zu verbüßende Teil fünf Monate. Zehn Haftmonate wurden für eine Probezeit von drei Jahren auf Bewährung bedingt nachgesehen.

Richterin Silke Sandholzer und ein Beisitzer bei den Vorbereitungen zur Hauptverhandlung am Dienstag. <span class="copyright">Hartinger</span>
Richterin Silke Sandholzer und ein Beisitzer bei den Vorbereitungen zur Hauptverhandlung am Dienstag. Hartinger

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Denn der von Toni Jakupi verteidigte Angeklagte und Staatsanwalt Johannes Hartmann nahmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Der Strafrahmen belief sich auf sechs Monate bis fünf Jahre Gefängnis.

Im unteren Bereich des Strafrahmens

Mildernd gewertet wurden das Geständnis, die Selbstanzeige bei der Polizei, die Unbescholtenheit, die verminderte Zurechnungsfähigkeit durch die Alkoholisierung und die Schadenersatzzahlung von 100 Euro vor dem Prozess. Deswegen sei die Strafe im unteren Bereich des Strafrahmens geblieben, sagte Richterin Silke Sandholzer als Vorsitzende des Schöffensenats in ihrer Urteilsbegründung.

Eine Fußfessel komme nach einem Sexualverbrechen nicht in Frage, sagte die Senatsvorsitzende. <span class="copyright">Symbolbild/APA/Techt</span>
Eine Fußfessel komme nach einem Sexualverbrechen nicht in Frage, sagte die Senatsvorsitzende. Symbolbild/APA/Techt

Der Vorfall sei kein Ausrutscher, sondern ein schwerwiegendes Verbrechen, so die Senatsvorsitzende. Eine Geldstrafe sei dafür nicht ausreichend. Eine Fußfessel komme nach einem Sexualverbrechen nicht infrage. Sollte das Urteil rechtskräftig werden, dürfe der Angeklagte nicht damit rechnen, schon nach der Hälfte der verbüßten Freiheitsstrafe aus dem Gefängnis entlassen zu werden.

Der Angeklagte befindet sich in Behandlung. <span class="copyright">Hartinger</span>
Der Angeklagte befindet sich in Behandlung. Hartinger

Der Frühpensionist wurde vom Gericht dazu verpflichtet, dem anwaltlich von Anita Einsle vertretenen Kind als Teilschmerzengeld 3000 Euro zu bezahlen. Die Auswirkungen des Missbrauchs auf das Opfer seien derzeit noch nicht abzuschätzen, obwohl das unmündige Mädchen bei seiner kontradiktorischen gerichtlichen Befragung vor dem Schöffenprozess einen gefestigten Eindruck gemacht habe, merkte Richterin Sandholzer an. Für einen Pograpscher betrage das übliche Schmerzengeld 1000 Euro.

Der Angeklagte hat offenbar bereits Konsequenzen aus seinem Übergriff auf das Kind gezogen. Er befinde sich seit dem Vorfall in Abständen von zwei Wochen in psychotherapeutischer Behandlung, gab der 33-Jährige zu Protokoll.

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