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„Nicht jeder kann Lokführer werden”

24.01.2023 • 14:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der gelernte Restaurantfachmann wollte Triebwagenführer bei der Montafonerbahn werden. <span class="copyright">Archiv/NEUE/Hofmeister</span>
Der gelernte Restaurantfachmann wollte Triebwagenführer bei der Montafonerbahn werden. Archiv/NEUE/Hofmeister

Arbeitsprozess gegen 45-Jährigen, der bei Ausbildung zum Lokführer gescheitert ist.

Die Klage der von Martin Dörler anwaltlich vertretenen Montafonerbahn AG auf Rückerstattung der Kosten von 34.000 Euro für die gescheiterte Ausbildung zum Triebwagenführer wurde am Dienstag in einem Arbeitsprozess am Landesgericht Feldkirch abgewiesen. Das von Richter Gabriel Rüdisser verkündete Urteil ist nicht rechtskräftig.

Theoretische Prüfung

Der beklagte Ex-Mitarbeiter der Montafonerbahn ist 2021 bei der mehrwöchigen Ausbildung bei einem Vöest-Tochterunternehmen in Linz schon an den theoretischen Prüfungen gescheitert; 80 Prozent der Fragen hätten richtig beantwortet werden müssen. Daraufhin wurde das Dienstverhältnis bereits nach drei Monaten einvernehmlich aufgelöst.

Kostenrisiko

Der Beklagte habe sich bemüht, die Ausbildung zu bestehen. Mehr dürfe von ihm nicht verlangt werden, sagte Arbeitsrichter Rüdisser in seiner Urteilsbegründung. Das Kostenrisiko für die teure Ausbildung sei unter diesen Umständen nicht vom Arbeitnehmer zu tragen, sondern vom Arbeitgeber. „Nicht jeder kann Astronaut werden“, meinte der beklagte 45-Jährige, ein gelernter Restaurantfachmann. Und so „kann auch nicht jeder Lokführer werden“, ergänzte Richter Rüdisser.

Im Arbeitsrechtsprozess ging es um die Kosten für eine gescheiterte Ausbildung. <span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Im Arbeitsrechtsprozess ging es um die Kosten für eine gescheiterte Ausbildung. Symbolbild/Hartinger

Als Zeuge sagte in dem Arbeitsprozess ein 25-Jähriger aus, der die Ausbildung zum Triebwagenführer zur gleichen Zeit wie der Beklagte ebenfalls nicht bestanden hat. Auch der gelernte Einzelhandelskaufmann wurde von der Montafonerbahn auf Rückerstattung der Ausbildungskosten geklagt. Das Eisenbahnunternehmen berief sich dabei auf eine Klausel im Dienstvertrag.

Lohn gepfändet

Der Unterländer hat auf die ihm zugestellte Klage nicht reagiert. Weil er den gerichtlichen Zahlungsbefehl nicht beeinsprucht hat, habe er jetzt der Montafonerbahn mehr als 50.000 Euro zurückzuzahlen, gab der Zeuge vor Gericht zu Protokoll. Sein Lohn werde gepfändet. Klagsvertreter Dörler teilte dazu mit, exekutiert würden weit weniger als 50.000 Euro.   

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