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Klage: Säugling im Krankenhaus vergiftet

25.01.2023 • 16:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die klagende Familie fordert 36.000 Euro als Schadenersatz. (Symbolbild)<span class="copyright">Shutterstock</span>
Die klagende Familie fordert 36.000 Euro als Schadenersatz. (Symbolbild)Shutterstock

Familie fordert Schadenersatz, weil ihr Sohn unmittelbar nach der Geburt mit Beruhigungsmittel vergiftet worden sei.

Ihrem Sohn sei unmittelbar nach der Geburt im Dornbirner Stadtspital unzulässigerweise das Beruhigungsmittel Midazolam aus der Medikamentengruppe der Benzodiazepine verabreicht worden, wird in der Klage der Familie behauptet. Unter der Medikamentenvergiftung habe der Säugling monatelang gelitten. Phasenweise habe er sich deswegen in einem lebensbedrohlichen Zustand befunden. Mittlerweile gehe es dem Kleinkind wieder gut, sagt Klagsvertreter Patrick Beichl.

Die klagende Familie fordert 36.000 Euro als Schadenersatz für den von ihr behaupteten Behandlungsfehler von der das Spital betreibenden Stadt Dornbirn und deren Haftung für allfällige künftige Schäden.

Medizinisches Gutachten

Der Zivilprozess begann am Mittwoch am Landesgericht Feldkirch. Richter Thomas Hofer lässt zunächst ein medizinisches Gutachten erstellen zur Frage erstellen, ob die Behandlung im Krankenhaus ordnungsgemäß erfolgt ist. Beklagtenvertreter Julius Brändle sagte vor Gericht, es gebe kein finanzielles Angebot für eine gütliche Einigung. Weil kein Mitarbeiter des Spitals dem Baby das Beruhigungsmittel verabreicht habe. Klagsvertreter Beichl dazu: „Es kann nicht sein, was nicht sein darf.“ Es sei sehr wohl zulässig, das Medikament auch Babys zu verabreichen, meinte Stadt-Anwalt Brändle.

Der Erstkläger sei Ende Juli 2021 per Kaiserschnitt im Dornbirn ein paar Tage zu früh auf die Welt gekommen, so Klagsvertreter Beichl. Weil der kräftig schreiende Bub unter erheblicher Atemnot gelitten habe, sei er eine halbe Stunde nach der Geburt in die Spitalsabteilung für Neugeborene verlegt worden. Der Säugling habe beatmet und am nächsten Tag mit der Rettung ins Landeskrankenhaus Feldkirch überstellt werden müssen.

Auswertung der Harnprobe

Bei der Auswertung einer Harnprobe des Babys aus dem Dornbirner Spital sei am Landeskrankenhaus das Benzodiazepin Midazolam festgestellt worden, sagt Beichl. Davon finde sich aber in der Krankengeschichte aus dem Dornbirner Spital nichts. Bei einer Harnprobe der Kindesmutter seien keine Benzodiazepine gefunden wurden. Nach gut einer Woche sei der kleine Patient aus dem Landeskrankenhaus Feldkirch in häusliche Pflege entlassen worden.

Die Staatsanwaltschaft Feldkirch habe wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt, berichteten die beiden Anwälte. Das Strafverfahren sei aber eingestellt worden, weil die Täterschaft nicht ausfindig gemacht habe werden können.

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