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Sonnenenergie und Wasserkraft Hand in Hand

25.01.2023 • 16:15 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
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NEUE/Archiv

Energiepolitischer Ausschuss des Landtags beschäftigte sich mit dem Thema Fotovoltaik.

Neue Impulse für den Ausbau der Fotovoltaik in Vorarlberg möchte der Landtag setzen.

Die Frage wurde am Mittwoch in Folge eines Antrags der Sozialdemokraten diskutiert. Schlussendlich wurde eine schwarz-grüne Regierungsvorlage mehrheitlich beschlossen. Diese umfasst insgesamt fünf Punkte, die die Nutzung der Sonnenenergie weiter vorantreiben sollen.

Doppelnutzung landwirtschaftlicher Flächen

Ein zentraler Punkt der Maßnahmen betrifft die Nutzung von Flächen für Fotovoltaik, welche derzeit noch brach liegen. Die SPÖ-Abgeordneten Manuela Auer und Martin Staudinger hatten in ihrem Antrag gefordert, „die Errichtung von Fotovoltaik-Anlagen auf Grün- und Ackerflächen nicht generell auszuschließen“, wenn es mit der konkreten landwirtschaftlichen Nutzung vereinbar ist. In der Ausschussvorlage heißt es dazu, dass für den Ausbau der Fotovoltaik vor allem bereits versiegelte Flächen genutzt werden sollen, aber auch das Potenzial für eine Doppelnutzung von landwirtschaftlichen Böden erhoben werden soll. Eine Überlegung könne dabei etwa sein, dass im Obstbau Fotovoltaikanlagen anstatt von Hagelschutznetzen zum Einsatz kommen. Entsprechende Pilotprojekte laufen andernorts bereits.

Die SPÖ-Abgeordneten Martin Staudinger und Manuela Auer haben einen Antrag zur Fotovoltaik eingebracht.<span class="copyright"> Hartinger</span>
Die SPÖ-Abgeordneten Martin Staudinger und Manuela Auer haben einen Antrag zur Fotovoltaik eingebracht. Hartinger

Eine weitere Maßnahme aus der Ausschussvorlage zur Nutzung von derzeit noch „brach“ liegenden Flächen betrifft die Illwerke vkw. Der landeseigene Energieversorger soll prüfen, ob Stauseen und Ausgleichsbecken für Kraftwerke genutzt werden können, um dort schwimmende Fotovoltaikanlagen zu errichten.

Fotovoltaik-Verpflichtung

Aufgegriffen wurde im schwarz-grünen Vorschlag auch eine Forderung aus dem SPÖ-Antrag. Die Sozialdemokraten hatten eine Prüfung angeregt, ob bei Neubauten die verpflichtende Errichtung von Fotovoltaik- oder Solaranlagen generell vorgeschrieben werden kann. In der mehrheitlich beschlossenen Ausschussvorlage heißt es, dass die Landesregierung eine Vorsorgepflicht für Fotovoltaik- beziehungsweise Solaranlagen auf Neubauten ausarbeiten soll. Bei Einkaufszentren ab einer Größe von 600 Quadratmetern soll eine Fotovoltaikanlage bei einem Neubau oder einer Erweiterung Pflicht werden. Der entsprechende Gesetzesvorschlag soll dem Landtag vorgelegt und dann dort beschlossen werden.

Im Obstbau kommen Hagelnetze oder auch Schutzfolien zum Einsatz. Diese könnten durch Fotovoltaik-Anlagen ersetzt werden. Pilotversuche dazu laufen. <span class="copyright">Symbolbild/APA/Techt</span>
Im Obstbau kommen Hagelnetze oder auch Schutzfolien zum Einsatz. Diese könnten durch Fotovoltaik-Anlagen ersetzt werden. Pilotversuche dazu laufen. Symbolbild/APA/Techt

Weiter forciert werden soll nach Wunsch von Schwarz-Grün das Anfang des Jahres in Kraft getretene neue Fördermodell für Fotovoltaikanlagen. Ebenso soll die Landesförderung für Gebäudeeignungschecks für die Nutzung der Sonnenenergie und Dachbegrünung weiter vorangetrieben werden. Die Sozialdemokraten hatten gefordert, ein Fördermodell für den Bau von Fotovoltaikanlagen und Stromspeichern auf Bestandsbauten einzurichten. Dabei sollte auch erlaubt sein, dass gleichzeitig Förderungen von Bund und Gemeinden bezogen werden.

“Fast-Track-Verfahren” bei der Förderung

In Sachen finanzieller Unterstützung enthält die Ausschussvorlage auch eine Forderung an den Bund. Für Fotovoltaik-Anlagen, welche kurz vor der Umsetzung stehen beziehungsweise gerade in Errichtung sind, soll es ein „Fast-Track-Verfahren“ bei der Bundesförderung geben. Auch der Fördertopf für Kleinanlagen soll möglichst rasch ausgebaut werden. „Ein Fördercall, bei dem nach knapp zwei Minuten keine Fördermittel vorhanden sind, entspricht nicht einem Turbo für die Energiewende. Wir brauchen breit dotierte Fördertöpfe mit raschen Förderzusagen, damit die eingereichten Projekte möglichst schnell ans Netz gehen, denn in der aktuellen Situation zählt jede Kilowattstunde“, meinten dazu ÖVP-Klimasprecherin Christina Metzler und Grünen-Umweltsprecher Christoph Metzler in einer Aussendung.

ÖVP-Klimasprecherin Christina Metzler. <span class="copyright">Hartinger</span>
ÖVP-Klimasprecherin Christina Metzler. Hartinger

Durch die gemeinsame Ausschussvorlage gewinne die Sonnenenergie weiter an Bedeutung im Land, betonten die beiden Abgeordneten. Im Landtag herrsche unter den Fraktionen Einigkeit darüber, dieser Form der Energiegewinnung im Energiemix des Landes einen noch größeren Stellenwert einzuräumen.

Grünen-Umweltsprecher Christoph Metzler. <span class="copyright">Serra</span>
Grünen-Umweltsprecher Christoph Metzler. Serra

Vor allem Gebäudedächer, aber auch Parkplätze und Einkaufszentren sowie vergleichbare versiegelte Flächen müssten fit für Sonnenergie gemacht werden, sagte Christina Metzler. Es gebe diesbezüglich noch „ein beträchtliches Potenzial“. Dieses müsse auch genutzt werden, um die Nachfrage nach sauberem Strom befriedigen zu können. Denn durch die Energiewende werde diese noch steigen. Positiv gestimmt ist auch Christoph Metzler. Durch den mehrheitlichen Beschluss der Vorlage erhalte das Erfolgsmodell Fotovoltaik einen weiteren Schub.

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