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Ein Plädoyer für das Miteinander

07.06.2023 • 12:47 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Tänzerinnen Silvia Salzmann, Maartje Pasman und Marina Rützler in „Gekommen um zu bleiben. Check.“ <span class="copyright">©BellaAngora, Foto: Sarah Mistura</span>
Die Tänzerinnen Silvia Salzmann, Maartje Pasman und Marina Rützler in „Gekommen um zu bleiben. Check.“ ©BellaAngora, Foto: Sarah Mistura

Die transdisziplinäre Künstlerin Bella Angora hat ihre Performance „Gekommen um zu bleiben“ erweitert und präsentiert ihr hypnotisch-abstraktes Stück im Theater Kosmos.

Vor zwei Jahren war Bella Angora mit ihrer Performance „Gekommen um zu bleiben“ im Kunstraum Dornbirn. Von diesem Stück als Ausgangspunkt hat sie einzelne Teile für ihr neues Werk übernommen, das morgen und am Freitag um drei weitere Tänzerinnen sowie durch Animationen (Sarah Mistura) und Musik (Oliver Stotz) erweitert – im Theater Kosmos erstmals aufgeführt wird.

Hypnotische Form

Was vom Ursprungswerk bleibt, ist die intuitive Konzeption, mit der Bella Angora versucht, aktuelle Themen, mit denen wir als Gesellschaft konfrontiert sind, in eine meditative, fast hypnotische Form zu bringen. Bella Angora selbst wird auf der Bühne nur eine Randposition einnehmen und als Sängerin den Live-Gesang beisteuern, während Silvia Salzmann, Maartje Pasman und Marina Rützler als Tänzerinnen auf der Bühne miteinander und auch mit den Videoeinblendungen interagieren.

Tänzer als Figuren auf dem Schachbrett. <span class="copyright">©BellaAngora, Foto: Sarah Mistura</span>
Tänzer als Figuren auf dem Schachbrett. ©BellaAngora, Foto: Sarah Mistura


Auch der Blickwinkel der Betrachter hat sich verändert, denn das Publikum sitzt bei den Vorstellungen im Theater Kosmos erhöht und blickt von oben auf die Figuren, die wie in einem surreal anmutenden Bild, wie Figuren in einem Videospiel, die verschiedenen Positionen auf dem Schachbrett einnehmen. Durch kraftvolle und hypnotische Muster und mit knallroter Farbe werde das Stück aufgebrochen, und auch ein überdimensionaler aufblasbarer Ballon habe seine Funktion, beschreibt Bella Angora ihre Produktion im Interview.

Ganz bewusst habe sie einen wenig emotionalen und fast hypnotischen ruhigen Zugang und eine Reduziertheit in ihrem Werk gewählt, die zeitweise von Soundteppichen und melodiöser Musik überzogen werden. „Ich möchte die Zuseherinnen und Zuseher in einen ruhigen meditativen Zustand bringen, um Wahrnehmungskanäle zu öffnen und Informationen auf angenehme Art und Weise zu vermitteln.“

Das Stück hinterfragt aktuelle Themen der Zeit. <span class="copyright">©BellaAngora, Foto: Sarah Mistura</span>
Das Stück hinterfragt aktuelle Themen der Zeit. ©BellaAngora, Foto: Sarah Mistura

Krisen unserer Zeit

Ähnlich wie in der Ausgangsperformance gibt es einen poetisch-abstrakten Text, der in der Choreographie (Silvia Salzmann) ins Tänzerische übertragen wird. Inhaltlich gehe es um die Krisen und Herausforderungen unserer Zeit, „wo wir in unserer Gesellschaft aufgefordert sind, zu reflektieren und unsere Rolle als Menschheit zu hinterfragen und deutlicher zu überlegen, welche Veränderungen an uns selbst notwendig sind“, um im Guten auf dem Planeten bleiben zu können, sagt Bella Angora. Während sich das Stück auf der Textebene mit globalen Strukturen wie dem Ukrainekrieg, der Klimakrise und dem Umgang der Menschen miteinander und mit unserer Umwelt beschäftigt und auch die psychologischen Belange des Individuums thematisiert, sei es gleichzeitig auch ein Plädoyer für das gegenseitige Verständnis und das Miteinander, andere zu akzeptieren und respektieren und Ängste sowie Unterschiede der sozialen Schichten zu überwinden. Um das Publikum nicht zu überladen, gehe sie mit aktuellen Themen unserer Zeit sehr vorsichtig und behutsam um, denn trotz der ernsten Thematik soll das Stück „ein schönes und angenehmes Erlebnis“ sein.

Gekommen um zu bleiben. Check.: 8. und 9. Juni, Theater Kosmos, Bregenz; aus organisatorischen Gründen wurde die für Samstag geplante Aufführung abgesagt.