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Neue Ausbildungswege für Pädagogen

29.08.2023 • 19:24 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Vorgestellt wurde der Aktionsplan 2023+ für Elementarpädagogikausbildungen.<span class="copyright">Hartinger</span>
Vorgestellt wurde der Aktionsplan 2023+ für Elementarpädagogikausbildungen.Hartinger

Das Land Vorarlberg will in den kommenden Jahren in das Betreuungsangebot und in die Ausbildung neuer Pädagogen investieren.

Ein neuer Aktionsplan 2023+ für Elementarpädagogikausbildungen wurde gestern im Pressefoyer anschließend an die Regierungssitzung präsentiert. Dieser soll laut Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink einen Einblick in die derzeitige personelle Situation und die vorhandenen Ausbildungsmöglichkeiten geben. Ebenso soll er eine Perspektive für Maßnahmen in Vorarlberg in der Zukunft aufzeigen. Im Fokus stehen die Themen Kinderbetreuung und Bildung. Im Zusammenhang mit der Förderung der Berufschancen im Land stehe auch ein Ausbau des Betreuungs­angebots, so Markus Wallner. Denn das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf rücke in der Gesellschaft immer mehr in den Vordergrund. Dafür würden ausreichend Betreuungs­angebote eine Voraussetzung darstellen.

Bedarf an 600 mehr Pädagogen

Der präsentierte Aktionsplan sieht den Ausbau der Kinderbetreuung in den nächsten Jahren in Stufen vor. Denn die Ausbaupläne gingen laut Wallner „nicht auf Knopfdruck“. Etwa sieht der Aktionsplan vor, dass Vorarlberg in den nächsten fünf Jahren 225 mehr Gruppen benötigt. Mehr Kinderbetreuungsplätze bedeutet gleichzeitig mehr Pädagogen. Das heißt 600 pädagogische Fachkräfte, die es zusätzlich braucht. Diese teilen sich auf 245 mehr Fachkräfte im Kindergarten und 355 in Kleinkinder­gruppen auf. „Das alles geht nicht ohne Personal“, betont Wallner.

Andrea Kaufmann, Markus Wallner und Barbara Schöbi-Fink beim Pressefoyer. <span class="copyright">Land Vorarlberg/A. Serra</span>
Andrea Kaufmann, Markus Wallner und Barbara Schöbi-Fink beim Pressefoyer. Land Vorarlberg/A. Serra

Neue Ausbildungswege

Um dieses Personal auch gewährleisten zu können, wird eine Ausbildungsoffensive gestartet. Diese beinhaltet etwa verstärkte Öffentlichkeitsarbeit und vielfältigere Ausbildungsangebote, welche die bisherigen Wege wie unter anderem bei Schloss Hofen, PH Vorarlberg, die Bildungsanstalt für Elementarpädagogik und die Fachakademie für Sozialpädagogik Lindau ergänzen sollen.

„Wir möchten jeden Weg eines Interessierten möglich machen“, so Schöbi-Fink. Ein neues Tageskolleg für Maturanten am Borg Lauterach, ein Basislehrgang für Assistenzkräfte der Stadt Bregenz sind unter dem neuen Angebot. An den Rahmenbedingungen und der Gehaltssituation werde ebenfalls gearbeitet, um den Beruf ­attraktiver zu machen. Etwa habe man durch das neue Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz nachgebessert, um die interdisziplinäre Zusammenarbeit in den Einrichtungen zu ermöglichen.

Darüber hinaus wurde am Dienstag mehrfach die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden und dem Land betont. Land und Gemeindeverband würden in Sachen Kinderbetreuung bei der Zusammenarbeit Seite an Seite stehen, sagt etwa Wallner. „Es ist ein Kraftakt für die Gemeinden, die Umsetzung zu bewerkstelligen“, spricht die Dornbirner Bürgermeisterin und Präsidentin des Vorarlberger Gemeindeverbands Andrea Kaufmann. Sie äußert zudem die Forderung, dass ihrer Meinung nach ebenso die Wirtschaft „mehr ins Boot geholt“ werden müsse. Um das Kinderbetreuungsangebot auch in kleinen Gemeinden gewährleisten zu können, die es alleine nicht schaffen würden, solle auf Kooperationen gesetzt werden, wie etwa im Bregenzerwald.

“Massive Steigerung”

Der Trend in der Gesellschaft an Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen wies laut Landeshauptmann Markus Wallner in den vergangenen zehn Jahren eine „massive Steigerung“ auf. Während vor zehn Jahren noch 14.108 Kinder in 418 Einrichtungen mit 2409 Pädagoginnen Betreuung in Anspruch nahmen, waren es 2022/23 17.459 Kinder und 3869 Pädagogen.

Eine große Herausforderung sieht Schöbi-Fink bei den Null- bis Dreijährigen. Denn für viele Mütter von Zweijährigen sei der Wiedereinstieg nach der Karenz ein Thema. Bei den unter Dreijährigen ist ein besonderes Wachstum in der Kinderbetreuung zu beobachten. Bei dieser Altersgruppe belegt Vorarlberg mit 34,7 Prozent im Bundesländervergleich Platz drei nach Wien (42 Prozent) und dem Burgenland (38,9 Prozent).

Die Fördergelder des Landes haben sich in den vergangenen zehn Jahren außerdem von 44 Millionen Euro im Jahr 2013 auf 91 Millionen Euro im Jahr 2022 in Vorarlberg mehr als verdoppelt. In Jahr 2023 würde die Grenze von 100 Millionen Euro durchstoßen werden, sagt Markus Wallner