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Interview

„Alte Smartphones werden zum Problem“

Die WLAN-Sicherheitslücke trifft nicht nur Laptops und Handys, erklärt TU-Professor Christian Rechberger.

Sicherheitslücken in Computersystemen gibt es ja immer wieder. Was ist das Besondere an dem „WPA2-Krack“?

Christian Rechberger: Das WPA2-Protokoll wurde entwickelt, um dasselbe Sicherheitsniveau zu bieten wie ein kabelgebundener Internetzugang. Die nun veröffentliche Sicherheitslücke ist dramatisch, weil sie fast alle Gerätetypen betrifft. Denn ein Angreifer, der in Funkreichweite des Netzes ist, kann nun Sachen machen, die eigentlich nicht sein sollten. Er kann beispielsweise viel leichter einen Virus einschleusen, während der Nutzer normal im Internet surft.

Wie können sich Privatpersonen schützen? Soll man sein WLAN nun abschalten?

Die Schwäche betrifft vor allem Endgeräte, also Laptops, Tablets und Smartphones. Die Reparatur ist recht einfach und viele Anbieter haben bereits Sicherheitsupdates veröffentlicht. Es ist daher wichtig, das Betriebssystem seiner Geräte möglichst schnell auf den neuesten Stand zu bringen. Ein Problem sind ältere Handys und Tablets, die nicht mehr aktualisiert werden, und Internet-of-Things-Anwendungen wie Roboterstaubsauger oder intelligente Thermostate, die mit dem WLAN verbunden sind. Manche Hersteller sehen hier gar keine Updates vor. Das muss sich in Zukunft ändern, weil diese Gerätetypen bald viel weiter verbreitet sein werden. In manchen Fällen muss auch der WLAN-Router aktualisiert werden. Das Problem ist allerdings, dass viele Nutzer nicht wissen, wie das geht.

Worauf muss man achten, wenn man im Internet sicher unterwegs sein will?

Viele Websites bieten eine TLS-Verbindung. Dabei wird die Kommunikation zwischen Website und PC/Laptop oder Smartphone extra verschlüsselt. Diese Seiten sind selbst vor dem nun publik gewordenen WPA2-Krack geschützt. Man erkennt eine sichere Website daran, dass in der Adresszeile „https“ vor dem Namen der Website steht.

Was kann man darüber hinaus tun, um das eigene WLAN zu schützen?

Die WLAN-Router werden von den Internetanbietern oft mit Standard-Passwörtern für das WLAN ausgeliefert. Diese Passwörter sind nicht geheim. Das macht einen Angriff sehr leicht. Daher sollte man dieses Passwort sofort ändern. Man sollte mit dem WLAN-Passwort auch nicht zu freizügig umgehen und es nur Personen verraten, bei denen man sicher ist, dass sie keinen Virus am Handy oder Laptop haben. Viele Router haben die Möglichkeit, ein Gäste-WLAN einzurichten, ohne Zugriff auf die eigenen Geräte.

„Alte Smartphones werden zum Problem“
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