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Griechenland erwartet Ende 2020 Impfstoff

18.08.2020 • 14:14 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
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Im Dezember sollen Lieferungen des Pharmakonzerns AstraZeneca bereits starten.

Griechenland rechnet nach eigenen Angaben für das Jahresende mit der ersten Lieferung eines Corona-Impfstoffs. „Wenn alles gut geht, wird Griechenland seinen vereinbarten Anteil in sieben Lieferungen erhalten“, sagte Gesundheitsminister Vassilis Kikilias am Dienstag dem Sender Skai TV. „Wir werden mit 700.000 Dosen im Dezember beginnen.“

Bis Juni kommenden Jahres werde es dann jedes Monat eine weitere Lieferung des Pharmakonzerns AstraZeneca geben. AstraZeneca arbeitet gemeinsam mit der britischen Universität Oxford an dem Corona-Impfstoff und will diesen nach eigenen Angaben zum Selbstkostenpreis abgeben. Das Präparat erwies sich nach Unternehmensangaben in den ersten beiden Testreihen als für die Probanden gut verträglich und habe für die Bildung von Antikörpern sowie für eine Immunisierung gegen die Lungenkrankheit Covid-19 gesorgt.

Die Ergebnisse einer dritten Testphase werden für den Herbst erwartet. Ist diese erfolgreich, soll der Impfstoff danach massenweise produziert und verabreicht werden.

Erste Übereinkunft

Die Europäische Kommission hatte am Freitag verkündet, dass es eine erste Übereinkunft mit AstraZeneca gebe, „einen potenziellen Impfstoff gegen Covid-19 zu erwerben“. EU-Länder mit niedrigem oder mittlerem Einkommen sollen ihn gratis erhalten. Wenn sich der Impfstoff als „sicher und wirksam“ erwiesen habe, werde die EU 300 Millionen Impfdosen erwerben mit einer Option auf den Kauf von hundert Millionen weiterer Dosen durch die EU-Mitgliedstaaten.

Griechenland hat die Corona-Pandemie bisher relativ gut überstanden, seine Infektions- und Sterberaten sind im Vergleich zu anderen EU-Ländern gering. Allerdings sind die Infektionszahlen in dem Urlaubsland in diesem Monat stark in die Höhe geschnellt.

Australien sichert sich Deal

Australien hat sich nach eigenen Angaben den Zugriff auf einen potenziellen Corona-Impfstoff gesichert. Der australische Premierminister Scott Morrison sagte am Dienstag, sein Land habe mit dem schwedisch-britischen Pharmakonzern AstraZeneca eine Vereinbarung getroffen, dass es einen „frühen Zugang“ zu dem Corona-Impfstoff erhalte, an dem das Unternehmen derzeit mit der Universität Oxford arbeite.

Sollte sich das Mittel als wirksam herausstellen, werde Australien es selbst produzieren und kostenlos an seine Bevölkerung verteilen. „Der Oxford-Impfstoff ist einer der am weitesten fortgeschrittenen und viel versprechendsten der Welt“, sagte Morrison. Sein Land wolle das Mittel in Eigenregie produzieren und an alle 25 Millionen Australier gratis verteilen.

Eine abschließende Vereinbarung des Landes mit AstraZeneca über die Kosten des Impfstoffs steht dem Regierungschef zufolge aber noch aus. Auch ein australischer Produzent für die Impfstoff-Herstellung sei noch nicht ausgewählt worden

Die Behörden führen die Entwicklung auf die zunehmende Missachtung von Abstandsregeln in Lokalen und anderen öffentlichen Orten zurück. Die Zivilschutzbehörde verhängte als Reaktion nächtliche Ausgangssperren in einigen Regionen, darunter einige der meistbesuchten Urlaubsgebiete. Der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis drohte, wenn die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus nicht eingedämmt werde, werde seine Regierung „drastischere Maßnahmen“ ergreifen, „die zweifellos wirtschaftliche Auswirkungen“ hätten.