Besser leben

Wenn Blühen und Glühen weitergehen

17.09.2020 • 16:54 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Herbstaster passt wunderbar in den Spätsommer.<span class="copyright"> Harald Rammel </span>
Die Herbstaster passt wunderbar in den Spätsommer. Harald Rammel

Mit vielfältigen Herbstblühern bringt man den Oktober zum Leuchten.

Im späten Herbst spielen Chrysanthemen die Hauptrolle auf der Terrasse. Ihre bunten Strahlenkränze sind charakteristisch, die Leuchtkraft ein Traum. Dabei gibt es sie einfach und schlicht oder üppig und grell. Selbst als Schnittblumen zeigen sie keine Schwächen.

Chrysantheme ist aber nicht Chrysantheme. Es gibt viele verschiedene Formen. Darunter sind Arzneipflanzen wie das Mutterkraut (Tanacetum parthenium), winterharte Stauden wie die Margerite (T. coccineum) oder die Sommermargerite (Chrysanthemum maximum). Die Wiesenmargerite (C. leucanthemum) ist weitläufig bekannt. Als Kübelpflanze beziehungsweise Balkonblume ist uns die Strauchmargerite (C. frutescens) bestens vertraut.

Wenn Blühen und Glühen weitergehen
Gelbe Chrysanthemen

Botanische Vielfalt

Chrysanthemen dürfen im Herbst nicht fehlen. Nämlich die winterharten Formen von Chrysanthemum indicum oder Hybriden der Chrysanthemum koreanum. Es gibt sie in fast allen Farben, nur Blautöne gibt es nicht. Hier können Astern aushelfen. Vom Gärtner kultivierte Chrysanthemen eignen sich hervorragend für die Pflanzung in Kübeln, Schalen und Töpfen. Sie brauchen dabei einen sonnigen Standort und durchlässig-humose Erde. Und sie brauchen ausreichend Nährstoffe, denn Chrysanthemen zählen zu den Starkzehrern. Die Nährstoffaufnahme ist nur bei ausreichend feuchtem Topfballen möglich. Dieser sollte nie ganz austrocknen.

Buntes Herbstgebinde
Buntes Herbstgebinde

Die jetzt blühend gekauften Garten-Chrysanthemen sind unseren Wintern nicht ganz gewachsen. Sie bringen jedoch in einer Zeit Farbe in unsere Gärten, die nur wenig Blühendes zu bieten hat. Entfernt man abgeblühte Teile konsequent, halten Garten-Chrysanthemen bis zu sechs Wochen, bevor man sie kühl, aber frostfrei überwintern kann. All das macht sie zu wertvollen Herbstblühern, ideal für jede Garten-Situation. In den vergangenen Jahren hat sich ein dynamisches Sortiment attraktiver Pflanzen unter dem Begriff „Herbstzauber“ etabliert. Es beinhaltet eine große botanische Vielfalt und stellt eine tolle Ergänzung zu bekannten Herbstblühern dar. Durch den „Herbstzauber“ wird die dritte Jahreszeit bunter und formenreicher.

Winterfest und kontrastreich

Winterfeste Stauden wie Kissenastern, Sedum-Arten, Heuchera, Silberrandchrysantheme sind heute gängig. Daneben spielen Blattfarben eine wichtige Rolle: Die grau-laubige Strohblume, Stacheldrahtpflanze, Heiligenkraut und andere bieten Kontraste zu den herbstlichen Grün- und Rottönen. Bunte Blätter wie vom Eidechsenschwanz (Houttuynia), der Wolfsmilch (Euphorbia) oder vom Ziersalbei fügen sich optisch gut hinzu. Auch von der Haltbarkeit entsprechen sie voll und ganz. Zusätzlich kann man spezielle Kräuterformen verwenden, welche auch durch ihren Duft begeistern.

Mühlenbeckia
Mühlenbeckia

Im Herbst spielt man gerne mit den Blattgrößen. Sehr sympathisch wirken die kleinen Blätter von Mühlenbeckia oder Pfennigkraut, und natürlich darf der vielgestaltige Efeu nicht im Konzert der späten Schönheiten fehlen. Diese Pflanzen spielen zwar nicht die erste Geige, als Begleitchor sind sie jedoch nicht wegzudenken. Leichtfüßige Gräser prägen den Herbst. Sie steuern Struktur und Dynamik bei. Eine Auswahl mit prächtiger Zierwirkung findet sich im Herbst in unseren Gärtnereien, hervorragend passend für Pflanzengemeinschaften aller Art.
Natürlich ist man im Herbst um jede Blüte froh. Hier holt man sich schon mal Kleingehölze zur Unterstützung. Die blauen Bartblumen werden nicht nur von Bienen geliebt, auch spät blühende, kompakte Sommerflieder begeistern Blütenbesucher wie Betrachter. Nicht zu vergessen die Rispenhortensien. Sie gehört zu den schönsten Gehölzen im Herbst und sind somit fester Bestandteil im „Herbstzauber“.

Farbenfroher Herbstgarten

Sorgen Sie jetzt vor, wenn Sie sich ab Februar an ersten Farbtupfern im Garten oder Blumentopf erfreuen wollen. Frühlingsboten aus Knollen und Zwiebeln wie Schneeglöckchen, Winterling, Krokusse, später dann Hasenglöckchen, Tulpen und Narzissen verkürzen das Warten auf die warme Jahreszeit.
Viele von ihnen sind zudem sehr frühe Bienenweiden. Sie werden jetzt noch in gut gelockerte Böden oder in Töpfe gelegt. Idealerweise mischt man etwas Kompost oder Hornspäne unter. Die Zwiebeln pflanzt man mit der Spitze nach oben ein, etwa zwei Mal so tief wie die Zwiebel hoch ist. Dann wird Erde darüber gefüllt und leicht angedrückt. Legt man sie direkt in den Garten, hält ein engmaschiges Drahtgitter Wühlmäuse fern.