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Impfung schützt zu 93 % vor Intensivstation

22.11.2021 • 18:04 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Impfung schützt zu 93 % vor Intensivstation

Berechnungen belegen die hohe Wirksamkeit der Covid-Impfung.

Der Schutz durch die Impfung davor, wegen Corona in einer Intensivstation zu landen, liegt in Österreich bei 93 Prozent, zeigen am Montag veröffentlichte Daten der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG). Diesen Befund und viele weitere Zahlen enthält das aktualisierte “Fact Sheet” der GÖG.

Gestorben sind im Verlauf der Pandemie 17 Prozent aller Hospitalisierten und 35 Prozent der Intensivpatientinnen und -patienten. 53 Prozent der Covid-Verstorbenen insgesamt wurden allerdings ausschließlich auf Normalstationen gepflegt.

Der steigende Anteil von Geimpften auf Intensivstationen ist laut dem aktualisierten Factsheet vor allem auf die hohe Durchimpfungsrate der Risikogruppe der Über-60-Jährigen von 83 Prozent zurückzuführen. Je größer die Gruppe der Geimpften insgesamt ist, desto höher ist ihr Anteil unter den Infizierten – allerdings oft mit leichterem Krankheitsverlauf:

Die Immunisierung bietet insgesamt eine 70-prozentige Effektivität vor einer Ansteckung. Jene Geimpften, die sich dennoch infizieren, haben 76 Prozent zusätzlichen Schutz vor einer Intensivbehandlung. “Daraus ergibt sich eine generelle Effektivität der Impfung gegen einen Intensivaufenthalt von 93 Prozent“, berichtete GÖG-Gesundheitsökonom Martin Zuba im Gespräch mit der APA.

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Viele kommen gar nicht mehr auf Intensiv

Im bisherigen Pandemie-Verlauf wurden 7,48 Prozent der positiv Getesteten hospitalisiert und 1,31 Prozent intensivmedizinisch betreut. Insgesamt gab es bis Ende September 61.570 stationäre Spitalsaufenthalte von 52.767 Covid-19-Patienten. In Relation zu allen bis Ende September 2021 verstorbenen Covid-Patienten wurden 30 Prozent auf Intensivstationen und 53 Prozent ausschließlich auf Normalstationen gepflegt. Die weiteren 17 Prozent starben außerhalb von landesfondsfinanzierten Krankenanstalten.

Es sei generell so, dass auch bei anderen Krankheiten “nicht alle Personen auf Intensivstationen sterben”, erläuterte Zuba. Für Behandlungen auf Intensivstationen kämen nur die Patienten infrage, die entsprechende Kriterien zur Intensivpflege im Hinblick auf Prognose und damit verbundener intensivmedizinischen Therapie entsprechen. Das bedeute, “dass Personen, die ohnehin am Ende ihres Lebens stehen, nicht mehr in Intensivstation kommen bzw. wollen oder aus Pflegeheimen nicht mehr verlegt werden, da teilweise eine intensivmedizinische Therapie nicht mehr zumutbar oder sinnvoll ist”, erläuterte der Gesundheitsexperte.

Nahe an der Triage

Hinzu kommen in den unterschiedlichen Phasen der Pandemie “gewisse Effekte von einer hohen Systemauslastung”, sagte Zuba. Während der zweiten Welle betrug der Anteil der Sterbefälle mit Intensivaufenthalt nur 23 Prozent, geht aus dem Factsheet der GÖG hervor. Ob das gleichbedeutend mit einer Triage-Situation sei, “können wir nur schwer beurteilen oder nachweisen, unser Zahlenmaterial reicht dafür nicht aus”, so Zuba auf Nachfrage.

Es sei aber wahrscheinlich so, dass, wenn “Systemgrenzen erreicht werden, die Behandlungsqualität zwangsläufig leidet”, betonte der Gesundheitsökonom. “Man kann davon ausgehen, dass es bei sehr hohen Auslastungswerten Konflikte mit der Regelversorgung gibt und andererseits mit der Aufnahme auf Intensivstationen restriktiver umgegangen werden muss.”

Jüngere werden verstärkt schwer krank

Der Altersschnitt des Intensivbelags war in Österreich von Pandemiebeginn bis Ende September 2021 mit 66 Jahren von älteren Altersgruppen dominiert und sank zuletzt bei den im September 2021 entlassenen Patienten auf 57 Jahre. Das kann laut GÖG auf die höheren Durchimpfungsraten der älteren Bevölkerung zurückgeführt werden.

Während im gesamten Beobachtungszeitraum nur zwölf Prozent jünger als 50 Jahre und 47 Prozent älter als 70 Jahre waren, lag im Zeitraum Juni bis September 2021, also in jüngster Zeit, der Anteil der Unter-50-Jährigen bei 30 Prozent und nur 26 Prozent waren älter als 70 Jahre.

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