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Das Sommerdreieck

23.07.2022 • 14:41 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die hellsten Sterne dreier Sternbilder bilden das Sommerdreieck.<br><span class="copyright">Shutterstock</span>
Die hellsten Sterne dreier Sternbilder bilden das Sommerdreieck.
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Die hellsten Sterne der Leier, des Schwans und des Adlers bilden eine unübersehbare Formation hoch am Himmel.

Noch immer sind die Tage so lange, dass die Details am Nachthimmel erst gegen 23 Uhr sichtbar werden. Hoch am Osthimmel zeigen sich drei helle Sterne. Formationen, die nicht zu den klassischen 88 Sternbildern zählen, werden Sterngruppen oder Asterismen genannt. Jede Jahreszeit hat charakteristische Sterngruppen: das Herbstviereck, das Wintersechseck, das Frühlings- und das Sommerdreieck. Die hellsten Sterne dreier Sternbilder bilden das Sommerdreieck.

Die Leier

Fast senkrecht über unseren Köpfen steht die Wega. Der fünfthellste Stern am Himmel strahlt bläulich-weiß und ist eine eigene Geschichte wert. Eine Fingerbreite links oberhalb ist Epsilon Lyrae zu finden. Im Fernglas erkennt man, dass es ein Doppelstern ist. Vier Sterne in Form eines Parallelogramms sind links unterhalb der Wega zu sehen. Die Leier ist flächenmäßig ein sehr kleines Sternbild und stellte bei den Griechen das Saiteninstrument, das Apoll dem Sänger Orpheus schenkte, dar.

Die Araber sahen im Sternbild einen Vogel mit angelegten Flügeln. Der arabische Sternname Wega soll übersetzt „herabstoßender Raubvogel“ bedeuten. Ein Fernglas und ein sehr klarer Nachthimmel genügen, um zwischen den beiden unteren Sternen des Parallelogramms einen kleinen Nebelfleck zu sehen. Ein größeres Fernrohr erschließt einen ringförmigen Nebel mit einem schwachen Zentralstern.

M57, wie der Ringnebel in der Leier bezeichnet wird, ist der Prototyp eines planetarischen Nebels und befindet sich in 2000 Lichtjahren Entfernung. In kleinen Teleskopen ähneln diese Nebel den Planeten.
Tatsächlich handelt es sich um Gaswolken, die ein Stern am Ende seines Daseins abstößt und die vom überbleibenden Zentralstern zum Leuchten angeregt werden.

Der Schwan

Deneb heißt der östliche Stern des Sommerdreiecks, der zirka 60 Grad hoch am Himmel steht. Der Riesenstern ist der Schwanz des Schwans. Unschwer sind die Schwingen des Vogels auszumachen. Sein Kopf liegt weiter westlich und wird durch den schwächeren Stern „Albireo“, was Schnabel bedeutet, markiert. Im Fernglas wird Albireo in zwei Sterne mit unterschiedlichen Farben aufgelöst. Wegen seiner charakteristischen Gestalt heißt der Schwan auch „Kreuz des Nordens“.

Der Adler

Altair, der hellste Stern im Adler, ist mit einer Entfernung von 17 Lichtjahren einer unserer Nachbarn. Er ist etwas größer als die Sonne und neun Mal leuchtkräftiger. Halbhoch steht er am Himmel unterhalb der Wega.

Alle Kulturen haben ihre Sagen am Himmel verewigt. Im fernen Osten erzählt man die Geschichte von zwei Liebenden, Wega und Altair, die durch einen Fluss getrennt sind. Tatsächlich verläuft die Milchstraße zwischen den beiden Sternen.
Es ist phantastisch, mit einem Fernglas durch die Milchstraße zu wandern und eine wahre Sternenflut zu sehen. Auf dem Weg von der Leier zum Adler stößt man jedoch auf ein sternenloses Gebiet. Auch in dieser „Großen Teilung der Milchstraße“ wimmelt es von Sternen. Sie werden aber durch dichte Staubwolken verdeckt und bleiben daher unsichtbar.

Robert Seeberger

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