Besser leben

Schlechtester Skihelm schützt besser als keiner

20.01.2023 • 14:57 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Selbst günstige Helme bieten einen guten Schutz, ergab der Test des ÖAMTC
Selbst günstige Helme bieten einen guten Schutz, ergab der Test des ÖAMTC mmphoto

Zehn Helme nahm der ÖAMTC genauer unter die Lupe, zwei Helme erhielten die Note “Gut”. Durchgefallen ist im Test zwar keiner der Helme, beim Unfallschutz besteht allerdings Aufholbedarf.

Auf der Piste ist noch der schlechteste Ski- und Snowboard-Helm besser als kein Kopfschutz. Zu diesem Ergebnis kam ein Test des ÖAMTC und seiner Partner, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Insgesamt zehn Modelle nahm der Verkehrsklub unter die Lupe. “Kein Modell ist durchgefallen – selbst der schwächste Kandidat schützt den Kopf befriedigend”, sagt ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl.

Selbst mit günstigen Helmen sei ein erhöhter Schutz gegeben. Geprüft wurden die Modelle neben dem Sicherheitsaspekt auch im Hinblick auf Handhabung, Komfort und Schadstoffbelastung. Zwei der zehn Ski- und Snowboard-Helme, der Track Helm von Scott und der Blaster II Helmet von Sweet Protection, erreichten die Note “Gut”. “Beide sind gute Allrounder, die sich in keinem Kriterium eklatante Schwächen leisten”, so Kerbl. Das Modell von Sweet Protection verfehlte die Bestnote, weil der aus Kunststoff bestehende Einsteller des Kinnriemens während des Tests brach.

Tipps für den Helmkauf

  • Jede Kopfform ist individuell, deshalb wird empfohlen, den Helm vorab anzuprobieren, um die Passform zu prüfen.
  • Zum Kauf sollte die Skibrille mitgenommen werden, falls bereits eine gekauft wurde, um zu testen, ob Helm und Brille zusammenpassen.
  • Bei sichtbaren Schäden, wie einem gebrochenen Clip, sollte der Helm ersetzt werden. Auch nach Kollisionen wird empfohlen, einen neuen zu kaufen.
  • Man sollte darauf achten, den Helm auch richtig aufzusetzen

Unfallschutz ausbaufähig

Insgesamt sei der Unfallschutz aber noch ausbaufähig. “Es gab hier zwar keinen ‘Durchfaller’, allerdings kommt nur eines der zehn getesteten Modelle, der Compact Skihelm von Head, in diesem wichtigen Kriterium über ein ‘Befriedigend’ hinaus”, sagt Kerbl. Grund für die schlechten Noten sei vor allem die Stoßdämpfung, auf die die Hersteller laut ÖAMTC größeres Augenmerk legen sollten. Die Prüfung der Stoßsicherheit war bei sieben von zehn Testkandidaten – mit Ausnahme des Modells von Head – hauptverantwortlich für die Note “Befriedigend”. Die Anzahl der “guten” Noten wäre sonst höher gewesen.

Zu den Ergebnissen

Die Details zum Helmtest des ÖAMTC finden Sie hier.

Als erfreulich strich der ÖAMTC heraus, dass es in keinem der Helme eine übermäßige Belastung mit Schadstoffen gegeben habe. Kerbl empfiehlt Alpinistinnen und Alpinisten Helme vor dem Kauf unbedingt selbst auszuprobieren und diese auf Passform und Einstellungsmöglichkeit zu überprüfen. Zum Kauf sollte auch die Skibrille mitgenommen werden, um zu sehen, ob Brille und Helm kompatibel sind. Nach einer heftigen Kollision auf der Piste sollte der Kopfschutz zur Sicherheit ausgetauscht werden.

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