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Noch sucht Müller beim LASK sein Glück

29.11.2020 • 07:02 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
In dieser Spielzeit agiert Valentino Müller bei den Juniors. Auf das Duell gegen die Altacher freut er sich dennoch. <span class="copyright">GEPa</span>
In dieser Spielzeit agiert Valentino Müller bei den Juniors. Auf das Duell gegen die Altacher freut er sich dennoch. GEPa

Ex-Rheindörfler Valentino Müller hat derzeit beim LASK schweren Stand.

Wenn die Altacher heute (14.30 Uhr) beim LASK nach dem Cup-Aus auf Wiedergutmachung aus sind, wird ein LASK-Akteur ein wachsames Auge auf die Rheindörfler haben. Denn selbst wenn Valentino Müller seine Zelte in Oberösterreich aufgeschlagen hat, ist das Band zu seinem Ex-Klub noch intakt. „Die Verbundenheit zu Altach wird immer da sein. Das war mein erster Profiverein, und damit wird es immer etwas Besonderes sein“, fasst es der Ludescher in Worte.
Seit Sommer 2019 agiert der mittlerweile 21-Jährige für die Linzer. Wobei das Fazit nach eineinhalb Jahren noch nicht zufriedenstellend ausfallen kann.
Nach einem vielversprechenden Start musste er bereits in der vergangenen Spielzeit zumeist mit einem Platz auf der Tribüne oder bei den Juniors OÖ vorlieb nehmen. Seit Trainer Dominik Thalhammer im Sommer die Leitung übernommen hat, bleibt für den Vorarlberger nur mehr ein Platz in der zweiten Garnitur in der 2. Liga. „Natürlich habe ich mit anderen Erwartungen und Vorstellungen beim LASK unterschrieben. Mein Ziel war, dass ich auf meine Einsätze komme, ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft werde und mich entwickle. Das hat bisher – auch aufgrund der hohen Kaderbreite im Mittelfeld – noch nicht so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe“, zieht Müller ein persönliches Fazit.

Seinen bisher einzigen Bundesligatreffer erzielte der Ludescher für den LASK gegen die Admira. <span class="copyright">GEPA</span>
Seinen bisher einzigen Bundesligatreffer erzielte der Ludescher für den LASK gegen die Admira. GEPA

Spielpraxis sammeln

Bei einer möglichen Spurensuche fällt unweigerlich der Blick auf die Konkurrenz ins Gewicht. Denn selbst für ein österreichisches Spitzenteam, welches sich der Doppelbelastung aus Liga und internationalem Geschäft ausgesetzt sieht, sind sechs Akteure für zwei Positionen außergewöhnlich. Peter Michorl war im Sommer eigentlich schon auf dem Absprung, sein Ersatzmann Mads Emil Madsen bereits verpflichtet, als doch noch die Kehrtwende kam. Deshalb sieht sich der Mittelfeldspieler einem Überangebot gegenüber.
Allzu lange hält er sich mit solchen Faktoren, auf die er selbst keinen Einfluss nehmen kann, jedoch nicht auf oder hadert mit seiner aktuellen Situation. Vielmehr geht der Blick beim Sportler schnell nach vorne und auf das, was er selbst unternehmen kann: „Darum ist es zum jetzigen Zeitpunkt das Sinnvollste, dass ich so viel wie möglich bei unserem Kooperationsverein FC Juniors OÖ spielen kann. Dort komme ich trotzdem zu meiner Spielpraxis und kann weitere Entwicklungsschritte setzen.“
Auf Dauer wird ihn diese Situation allerdings nicht glücklich machen. Die Chance auf weitere Einsatzminuten in der Bundesliga scheinen zudem eher gering zu sein. Eine Luftveränderung im anstehenden Transferfenster ist unter gewissen Umständen eine Möglichkeit, wie der Junioren-Nationalspieler erklärt: „Natürlich kann man über eine Leihe nachdenken. Aber dabei muss das Gesamtpaket passen. Es muss ein Verein in der Bundesliga sein, bei dem ich schnellstmöglich spiele. Ansonsten macht ein Leihgeschäft wenig Sinn. Beim LASK habe ich ein professionelles Umfeld, ein tolles Mannschaftsklima, lehrreiche Trainings und kann beim Kooperationsverein Spielpraxis sammeln.“

Noch vor eineinhalb Jahren streifte Müller das Trikot des SCR Altach über. Die Verbundenheit ist geblieben. <span class="copyright">GEPA</span>
Noch vor eineinhalb Jahren streifte Müller das Trikot des SCR Altach über. Die Verbundenheit ist geblieben. GEPA

DNA des LASK

Nachdem Müller gestern bei der Niederlage der Juniors über die volle Spielzeit zum Einsatz kam, wird für ihn heute wiederum nur der Posten als Zuseher bleiben. Nach der Blamage im Cup und den enttäuschenden Ergebnissen in der Bundesliga erwartet sich der Vorarlberger von seinem Ex-Team keinen Sturmlauf. „Ich kann mir gut vorstellen, dass Altach das Spiel über eine kompakte Defensive angehen wird und nicht über das Kurzpassspiel hinten aufbaut. Die große Stärke von uns liegt bekanntlich im hohen Angriffspressing“, analysiert er die mögliche Ausgangstaktik der Gäste. Und da gilt es für die Rheindörfler eben, der großen Stärke der Hausherren auszuweichen.
Mittlerweile ist dies zu einer Art Markenzeichen der Linzer geworden und hat sich selbst in der europäischen Fußballszene herumgesprochen. Der Trainerwechsel brachte dahingegend keine Veränderung. Thalhammer setzt weiterhin voll auf das Rezept, früh auf den Gegner Druck auszuüben. Unter dem neuen Übungsleiter, dem Müller einen ungemein hohen Grad an Fachwissen zuschreibt, wurden lediglich leichte Adaptierungen vorgenommen. „Es haben sich grundsätzlich Feinheiten verändert. Viele Prinzipien in unserer Mannschaft sind aber gleichgeblieben. Das ist die DNA vom LASK“, erläutert er es auf das Pressing angesprochen.
Und so sind die Schwarz-Weißen auch in dieser Spielzeit sowohl in der Bundesliga (derzeit Zweiter) als auch in der Europa League (mit sechs Punkten derzeit Dritter) noch voll im Geschäft. Daher wäre jeglicher Punktgewinn des Teams von Alex Pastoor als Überraschung einzustufen. Eine Überrschung, von der auch der Ex-Altacher nicht ausgeht – und auf einen Sieg seines neuen Vereins tippt.

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