Sport

In Abwehrschlacht ein Punkt gerettet

13.02.2021 • 22:51 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Stefan Haudum (l.) rettet auf der Linie für den geschlagenen Martin Kobras. <span class="copyright">stiplovsek </span>
Stefan Haudum (l.) rettet auf der Linie für den geschlagenen Martin Kobras. stiplovsek

Trotz langer Unterzahl hielt Alt­ach gegen Rapid die Nullnummer.

Es glich gestern viel mehr einer Handballpartie auf ein Tor. Die Rheindörfler igelten sich aufgrund ihrer Unterzahl über eine Stunde vor ihrem eigenen Kasten ein und warfen in der Defensive alles in die Waagschale. Mit der passenden Leidenschaft, dem richtigen Willen und einer ordentlichen Portion Glück hielt die Null gegen Rapid Wien. Dank der gleichzeitigen Niederlage der Admira verlassen die Vorarl­berger nach nur einem Spieltag das Tabellenschlusslicht wieder.

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Die Partie war geprägt vom Kampf. GEPA/lerch

Zu viel Aggressivität

Trainer Alex Pastoor überraschte mit seiner Aufstellung, indem er Samuel Oum Gouet auf die rechte Verteidigerposition borderte. Die Rheindörfler begannen aggressiv gegen den Rekordmeister, verzichteten in der Defensive auf jegliches Risiko. Die Aggressivität äußerte sich auch in zwei frühen gelben Karten.
Das Spielgeschehen dominierten dennoch die Gäste aus Hütteldorf. Einen ersten Aufschrei gab es, als Abwehrmann David Bumberger der Ball an die Hand sprang, allerdings verzichtete der Schiedsrichter auf einen Elfmeterpfiff für die Wiener. Bei ersten Kopfballversuchen fehlte zudem noch die Präzision.
Eine entscheidende Wende nahm die Partie, als in der 23. Minute es Emanuel Schreiner mit der Aggressivität übertrieb. Bereits verwarnt, trat der 32-Jährige gleich zwei Mal auf einen Rapidler, der am Boden liegend den Ball mit seinen Füßen sperrte. Klar traf Schreiner auch die Kugel, aber er traf eben auch seinen Gegenspieler. Damit war die Partie für ihn bereits erledigt, und die Rheindörfler formierten sich fortan als Abwehrbollwerk vor dem eigenen Strafraum. Pastoor hatte vor der Partie noch von Stützen geredet. Nur Augenblicke darauf fiel mit Philipp Netzer der zweite Routinier aus. Erneut dürften seine Adduktoren eine Pause gefordert haben. Stefan Haudum rückte dafür in die Innenverteidigung und Gouet ins Mittelfeld.

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Die Altacher warfen sich gestern voll in die Abwehrschlacht. stiplovsek

Tor wie zugemauert

Damit verbarrikadierten sich die Rheindörfler vor dem eigenen Strafraum. Die Ordnung passte allerdings über weite Strecken, weshalb nur Christoph Knasmüllner (33.) im ersten Durchgang eine Chance vorfand.
Etwas konkreter wurden die Rapidler im zweiten Abschnitt.Selbst der tiefstehendste Verteidiger bei den Gästen stand zumeist zehn Meter in der Hälfte der Hausherren. Aber die Rheindörfler hauten sich jetzt in jeden anrollenden Angriff und hielten mit Willen, Einstellung und Leidenschaft dagegen. Entlastung oder gar eigene Offensivaktionen waren hingegen fehl am Platz.
Bei einem ersten Abschluss von Yusuf Demir in Minute 58 fehlte die Präzision. Acht Zeigerumdrehungen darauf machte Haudum den Gästen einen Strich durch die Rechnung und rettete in extremis. Nach idealem Querpass musste Srdjan Grahovac eigentlich nur mehr das Tor treffen, doch Haudum war für seinen geschlagenen Schlussmann auf der Linie zur Stelle. Doch auch Torhüter Martin Kobras war voll auf der Höhe und parierte nur wenige Augenblicke darauf im Eins-gegen-eins-Duell mit Thorsten Schick.
Dass der Kasten von Altach an diesem Nachmittag einfach zugemauert war, offenbarte sich ein letztes Mal in Minute 78. Kobras parierte zunächst einen Kopfball glänzend, und dann stand der Rapidler Leo Greiml beim Nachschuss von Demir im Weg. Kobras wäre geschlagen gewesen, und ein Haudum war ebenfalls nicht auf der Linie postiert.
Mit dieser Portion Glück, aber eben auch einer aufopferungsvollen Abwehrleistung retteten die Rheindörfler das Unentschieden über die Zeit.