Sport

Rückkehr des erfolgreichsten Trainers

24.02.2021 • 23:14 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Damir Canadi (r.) instruiert seine neuen Schützlinge bei einer Aufwärmeinheit.  <span class="copyright">hartinger</span>
Damir Canadi (r.) instruiert seine neuen Schützlinge bei einer Aufwärmeinheit. hartinger

Wie erwartet, übernimmt Damir Canadi die Zügel beim SCR Altach.

Der Rückkehrer und erfolgreichste Trainer beim SCR Altach soll es nun richten. Damir Canadi wurde mit der Aufgabe betraut, die Rheindörfler vor dem Bundesliga-Abstieg zu bewahren. Nach der Entlassung von Alex Pastoor Dienstagabend wurde der 50-Jährige gestern präsentiert. „Wenn man zum Verein kommt und einige Leute kennt, dann ist es wie ein nach Hause kommen. Aber darum geht es nicht, sondern wieder in die Spur zu finden“, rückte der Wiener seine primäre Aufgabe gleich in den Fokus.
Die Entscheidungsfindung war dabei kein langwieriger Prozess. Schließlich war der Neo-Trainer seit seiner Entlassung bei Atromitos Athen Anfang Februar arbeitslos. „Wir haben uns relativ schnell entschieden, mit Canadi den neuen Weg einzuschlagen. Wir erhoffen uns von der Verpflichtung sehr viel“, erklärte der Sportdirektor Christian Möckel. Ein Vorteil stellt dabei sicherlich der Fakt dar, dass es für Canadi bereits seine zweite Amtszeit im Rheindorf ist und er daher das Umfeld, die Liga und noch einige Spieler kennt.

Canadi im Gespräch mit seinem zweiten Co-Trainer Louis Ngwat-Mahop. <span class="copyright">hartinger</span>
Canadi im Gespräch mit seinem zweiten Co-Trainer Louis Ngwat-Mahop. hartinger

Bilanz der ersten Amtszeit

Von Jänner 2013 bis November 2016 betreute der Fußballlehrer die Vorarlberger erstmals. In seiner zweiten Saison mit Altach gelang dabei der Aufstieg in die Bundesliga, um diese dann auf dem herausragenden dritten Platz abzuschließen. Dies hatte Qualifikationsspiele in der Europa League zur Folge. Im Schnitt eroberten die Altacher unter ihm in der Bundesliga 1,49 Punkte. Zum Vergleich: Pastoor bilanziert bei 1,21 Zählern. Der Höhepunkt war allerdings der Triumph als Winterkönig. Diesen erlebte Canadi allerdings nicht mehr mit, wechselte er doch nur knapp einen Monat zuvor zu Rapid Wien. Dennoch gebührt ihm an diesem inoffiziellen Titel ein erheblicher Anteil.
Doch sowohl die Station beim Rekordmeister, als auch jene beim 1. FC Nürnberg und sein zweiter Antritt in Athen währten nur von kurzer Dauer. Jeweils nach rund einem halben Jahr wurde er von seinem Amt wieder enthoben. Seine erste Amtszeit bei den Griechen dauerte hingegen zwei Jahre und war dementsprechend von Erfolg gekrönt.

Christian Möckel, Damir Canadi und Christoph Längle (v.l.) bei der Präsentation des Wieners. <span class="copyright">steurer</span>
Christian Möckel, Damir Canadi und Christoph Längle (v.l.) bei der Präsentation des Wieners. steurer

Fokus schnell ausrichten

Nun soll Canadi die schwache Punkteausbeute aufpolieren. Denn nach 18 Runden stehen die Altacher mit lediglich zwölf Zählern am Tabellenende. „Wir müssen schauen, dass wir sofort funktionieren und schnell unseren Fokus ausrichten, um Spiele erfolgreich zu bestreiten“, meinte der Neo-Trainer. Im Grunddurchgang stehen noch vier Spiele an, bevor die Tabelle in ein oberes und unteres Play-off geteilt wird.
Um in den kommenden Aufgaben Zähler dazuzugewinnen, will sich der Übungsleiter an alten Tugenden erinnern. „Wir hatten die Wörter: leidenschaftlich, mutig und erfolgreich. Das hat mich immer motiviert und begleitet mich bis heute“, wagte er einen kurzen Blick auf seine erste Amtszeit zurück. Dies sind sicherlich auch Attribute, welche zuletzt unter Pastoor deutlich zu kurz gekommen sind.
Der Fokus soll zunächst auf die Abwehr gerichtet werden, welche 41 Gegentreffer kassierte. Nur die Akteure der Admira mussten noch öfter den Ball aus dem Netz holen. Daher fiel auch die Einschätzung klar aus: „Es ist nicht so schwer zu analysieren, was die Mannschaft braucht. Sie benötigt Stabilität in der Defensive. Es wird jetzt an mir liegen, dass ich der Mannschaft Vertrauen gebe.“ Und Canadi ist durchaus für sein taktisches Verständnis im Defensivverbund bekannt. Eine genaue Einschätzung zu den Spielern wollte er noch nicht preisgeben, da das Kennenlernen auf den Nachmittag fiel.

Die Cashpoint-Arena wird erneut zum fußballerischen Zuhause für Damir Canadi. <span class="copyright">steurer</span>
Die Cashpoint-Arena wird erneut zum fußballerischen Zuhause für Damir Canadi. steurer

Erste Trainingseinheit

Denn nur wenige Stunden nach seiner Präsentation begrüßte er die Akteure erstmals auf dem Trainingsfeld. Dabei standen Passübungen und Spielformen auf kleinerem Feld mit vielen Abschlüssen im Vordergrund. Und auch das Bestreben, seine Spieler aufzubauen und zu motivieren, war deutlich erkennbar.
Bei der ersten Einheit assistierte zudem Manu Hervás als Co-Trainer. Der 34-jährige Spanier gehörte bereits zuvor in Athen zum Betreuerstab von Canadi und war bereits als Spieler für eineinhalb Jahre in Österreich bei der Admira tätig. „Er macht einen tollen Job und spricht fünf Sprachen. Seine Arbeit am Platz ist auch hervorragend. Da bin ich froh, dass mir der Verein dies ermöglicht hat, aber es war auch eine klare Forderung von mir“, gab Canadi eine Einschätzung zu seinem Assistenten ab.
Nun haben die beiden noch bis Sonntag Zeit, eine Formation zu finden. Denn dann steht mit dem Wolfsberger AC die erste Bewährungsprobe an. Im Anschluss folgt das Duell mit dem LASK, bevor mit St. Pölten und Ried zwei Gegner auf Augenhöhe warten. Vielleicht lässt sich schon dann erahnen, ob Canadi die Mission Ligaverbleib erfolgreich gestartet hat und es für Altach richten kann.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.