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Altach stürzt Bullen erstmals

16.10.2021 • 23:11 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Der Schuss ins Glück: Jan Zwischenbrugger wagte sich in die Offensive und sorgte für den Ausgleich. <span class="copyright">gepa/lerch</span>
Der Schuss ins Glück: Jan Zwischenbrugger wagte sich in die Offensive und sorgte für den Ausgleich. gepa/lerch

Die Rheindörfler überraschen mit dem 1:1-Remis gegen Salzburg.

Den Altachern gelang gestern, was in dieser Spielzeit noch keiner österreichischen Mannschaft glückte. Die Mannen von Trainer Damir Canadi knöpften den Salzburgern erstmals Punkte ab. Dieser Aspekt allein wäre bemerkenswert, doch die Leistung hinter dem Punktgewinn überragte wohl noch mehr. Klar waren die Hausherren defensiv eingestellt, klar hatten die „Roten Bullen“ mehr vom Spiel. Aber ein Versteckspiel war es nicht und ein Glücksspiel schon in jedem Fall nicht. Die Gäste kamen überhaupt nicht zur Entfaltung, hatten nur wenige Offensivaktionen. Und für die Altacher wäre mit einem präziseren Konterspiel gar noch mehr möglich gewesen.

Stefan Haudum und Co. schränkten die Freiräume für die Salzburger Mittelfeldakteure auf ein Minimum ein. <span class="copyright">STIPLOVSEK</span>
Stefan Haudum und Co. schränkten die Freiräume für die Salzburger Mittelfeldakteure auf ein Minimum ein. STIPLOVSEK

Keine Abwehrschlacht

Canadi schickte gleich vier nominelle Innenverteidiger in seine Startformation. Mit den Außenspielern Nosa Edokpolor und Csaba Bukta formierte sich in gewissen Situationen gar eine Sechserkette. Doch von einem klassischen Bollwerk waren die Rheindörfler dennoch jederzeit weit entfernt.
Dabei begann die Begegnung denkbar schlecht für die Hausherren. Rasmus Kristensen fand in der 9. Minute eine ideale Passlinie aus der Abwehr heraus, und Noah Okafor nutzte die Chance freistehend vor Altach-Rückhalt Tino Casali zur 1:0-Führung aus.Aber der Schock bei den Vorarlbergern blieb aus, vielmehr kam die ideale Antwort. Mit Ein-Kontakt-Fußball überbrückten Johannes Tartarotti und Edokpolor den linken Flügel sehenswert, und im Rückraum platzierte sich Jan Zwischenbrugger. Der mitaufgerückte Verteidiger stellte nur fünf Minuten nach dem Rückstand die Ausgangssituation wieder her.
Ein zu erwartender Sturmlauf der Gäste blieb aus. Die Hausherren verteidigten in idealer Manier, ohne sich hinten einkesseln zu lassen. Dadurch, dass Atdhe Nuhiu erst in der eigenen Hälfte attackierte, die eigene Abwehrreihe dennoch nicht tief stand, wurde das Mittelfeld enorm zusammengepresst. Die offensiven Mittelfeldspieler bei Salzburg kamen so kaum zu Ballkontakten und Entfaltung.
Nach einer Freistoßvariante jubelten die Gäste über das vermeintliche 2:1, die Fahne zeigte jedoch das Abseits an. Und viel mehr hatte der überlegene Ligakrösus im ersten Durchgang nicht zu liefern. Zwar hatte das Team von Trainer Matthias Jaissle deutlich mehr Ballbesitz, von der gefährlichen Zone wurden sie aber ferngehalten. Und auch das bekannte Pressing kam nicht zur Entfaltung, da Altach bei Ballgewinn den direkten Weg nach vorne suchte. Es fehlte lediglich an der Präzision, um sich weitere Chancen zu erspielen.

Johannes Tartarotti lieferte eine starke Leistung ab und leitet viele Offensivaktionen der Altacher ein. <span class="copyright">GEPA/Lerch</span>
Johannes Tartarotti lieferte eine starke Leistung ab und leitet viele Offensivaktionen der Altacher ein. GEPA/Lerch

Rekordjagd gestoppt

Die Sachlage änderte sich auch im zweiten Durchgang nicht. Zwar fehlten den Gästen gleich mehrere Stammspieler, darunter auch Karim Adeyemi, doch eigentlich stand die Rekordjagd auf dem Programm. Mit einem Sieg hätten die „Bullen“ für die meisten Erfolge in Serie (saisonübergreifend) und für die meisten Erfolge zum Start einer Saison gesorgt. Doch die Altacher machten auch im zweiten Durchgang diesem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. Eine erste Annäherung des Favoriten verstolperte Luka Sucic.
Mit weiterem Verlauf der Partie trauten sich die Hausherren auch in der Offensive immer mehr zu. Doch leider traf Bukta (66.) mit dem Abschluss die falsche Entscheidung, in der Mitte wäre Edokpolor anspielbar gewesen, und leider ist Manuel Thurnwald (68.) kein Kopfballspezialist. Weitere offensive Annäherungen versandeten. Doch zumindest gelang damit immer wieder Entlastung.

Atdhe Nuhiu rieb sich in der Offensive für seine Mannschaftskollegen auf. <span class="copyright">GEPa/lerch</span>
Atdhe Nuhiu rieb sich in der Offensive für seine Mannschaftskollegen auf. GEPa/lerch

Überragende Leistung

In den Schlussminuten drückte der Favorit nochmals auf das Gaspedal. Zwar war bei den Altachern nun ein Kräfteverschleiß spürbar, dieser wurde aber mit Wille, Einsatzbereitschaft und auch der Unterstützung der Fans kompensiert. So klärte beispielsweise Pape Ndiaye gerade noch vor Maurits Kjaer­gaard (75.). Junior Adamu (80.) fehlten dann wenige Zentimeter, und Okafor (90.) bekam nicht mehr genügend Druck hinter den Ball. Die neuerlicher Führung wäre allerdings auch nicht verdient gewesen, dafür war die Leistung der Altacher zu überragend. Auf dieser lässt sich für kommende Aufgaben aufbauen.

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