Flora

Was kann mein Garten für das Klima tun?

03.09.2022 • 15:25 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Reinhard Raid erklärt im Gartentipp, was der eigene Garten fürs Klima tun kann. <span class="copyright">Raid</span>
Reinhard Raid erklärt im Gartentipp, was der eigene Garten fürs Klima tun kann. Raid

Der Klimawandel stellt auch die Hobbygärtner vor Herausforderungen. Wer auch im eigenen Garten zum Klimaschutz beitragen will, kann mit den richtigen Tricks einiges bewegen.

Der Klimawandel macht auch vor unseren Gärten nicht Halt. Er betrifft uns alle! Die zunehmende Sonneneinstrahlung und damit trockenere Wachstumsbedingungen, der Anstieg der Temperaturen, der CO2-Konzentration und Starkregenereignisse verändern auch unsere Gärten.
Für Hobbygärtner hat der Klimawandel aber auch positive Seiten: Es gibt längere Vegetationsperioden, einige Pflanzen gedeihen besser und bringen mehr Ernte. Für Pflanzen bedeutet die Sonne Energie und Wachstum, zu viel davon kann aber auch ihr Tod sein. Was kann man tun, um den Garten klimafit zu gestalten?

So vielfältig wie möglich

So viele unterschiedliche Arten wie möglich sind gefordert! Monotone Flächen sind zu vermeiden. Bunte Beete mit heimischen Sträuchern, Stauden und Zwiebelpflanzen haben den Vorteil, dass einige Arten mit Temperatur, Wassermenge oder dem Boden stets gut zurechtkommen. So gibt es keine monotonen Wüs­ten oder Totalausfälle.

Bodenversiegelung ist ein zunehmendes Problem fürs Klima. <span class="copyright">Raid</span>
Bodenversiegelung ist ein zunehmendes Problem fürs Klima. Raid

Wo immer es geht: Entsiegeln

Entsiegelte Flächen können das wichtige Niederschlagswasser aufnehmen. Vor allem asphaltierte oder betonierte Bereiche, aber auch Pflasterflächen mit Mörtel- oder minimaler Fuge sind komplett abgedichtete Bereiche und können kein Wasser aufnehmen. Das kann das Risiko für Hochwässer steigern. Wo immer möglich: Nicht asphaltieren! Flickschotterwege oder Pflasterflächen mit größerer Fuge anlegen. Wenn es geht begrünen. Vielleicht reichen auch nur Trittplatten für den Weg.

Begrünen, aber richtig

So viel wie möglich begrünen: Auch die Dächer und die Fassaden! Die Hitze und Trockenheit können einigen Pflanzen zu schaffen machen. Das kann eine höhere Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheitserreger zur Folge haben. Rasenflächen haben Schwierigkeiten mit den hohen Temperaturen, sie sind monoton und leiden kurzgeschoren unter der Hitze.
Besser sind Wiesen- oder Staudenflächen. Im Zweifelsfall den Rasen einfach weniger mähen, öfters mal höher sehen lassen. Wenn es um die Pflanzenauswahl geht: Holen Sie sich die Tipps vom Profi! Pflanzen, die mit trockenem und heißem Standort zurechtkommen sind etwa das Brandkraut, die Perovskia, der Lavendel, Thymian, Ehrenpreis, Küchenschelle, Storchschnabel, Lauch oder Salbei.

Lavendel gedeiht auch auf trockenen Flächen. <span class="copyright">Raid</span>
Lavendel gedeiht auch auf trockenen Flächen. Raid

Ressourcen schonen

Der Garten ist der ideale Ort für Re- und Upcycling. Wer Bodenaushub wieder vor Ort einbaut, spart viele Lkw-Kilometer. Wichtig ist auch das Wasser. Idealerweise sammeln sie Regenwasser in einer Tonne oder in einem Tank. Aber auch Natursteine und Holz können wiederverwendet werden. Alte Bretter finden ein neues Leben als dekorative Elemente oder als „Schittarbieg“. Alte Mauersteine können als Trittstufen für einen Weg genutzt werden.

„Böden sind nach den Ozeanen der zweitgrößte Kohlenstoffspeicher.“

Reinhard Raid, Garten- und Landschaftsbau

Auf den Boden achten

Böden sind nach den Ozeanen der zweitgrößte Kohlenstoffspeicher. Statt torfhaltiger Pflanzerden ist Kompost der bessere Bodenverbesserer. Mit der Einarbeitung von organischer Substanz geht eine Erhöhung des Humusgehalts einher. Das ist nicht nur für die Pflanzen, sondern auch für den Kilmaschutz wertvoll. Humus ist nichts anderes als Kohlenstoff, den die Pflanzen der Atmosphäre entzogen haben. Wichtiger Schutz für den Boden ist das Mulchen, also das Abdecken der Pflanzflächen mit organischer oder mineralischer Substanz. Vor allem getrockneter Rasenschnitt, Rindenmulch oder Chinaschilf eignen sich dafür sehr gut. Mineralische Mulchmaterialien sind für öffentliche Grünflächen gut geeignet, insbesondere für trockenheitsverträgliche Pflanzen.

Der richtige Boden ist ebenfalls wichtig. <span class="copyright">Raid</span>
Der richtige Boden ist ebenfalls wichtig. Raid

Weniger Elektrogeräte

Weniger Elektrogeräte und weniger Licht im Garten bedeutet auch weniger Energie- und Ressourcenverbrauch. Nehmen sie einen Laubrechen statt eines Laubsaugers!