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Schleimern und Co. die „Naschlust“ nehmen

Larven von Marien­käfern (l.) und Schwebfliegen (r.) sind Feinde der Blattläuse (unten).

Larven von Marien­käfern (l.) und Schwebfliegen (r.) sind Feinde der Blattläuse (unten).

Wärme, Wasser und Nährstoffe sorgen für optimale Bedingungen im Gemüsegarten. Aber es gibt auch unliebsame Überraschungen.

Gertrud Baumgartner

Aufgeplatzte Kohlrabi sind wohl jedem Hobbygärtner schon einmal untergekommen. Besonders gegen Ende seiner Kulturdauer entstehen an den Knollen dicke Risse. Querrisse sind oft Ergebnis unregelmäßiger Wasserversorgung. Folgt nach längerer Trockenphase plötzlich Wasser, wird dieses schnell in die Knolle aufgenommen. Die Außenhaut der Knolle wächst aber nicht so schnell, und das Gewebe platzt auf.

Geht der Riss oben über das Herz, dann könnte der Schabfraß des Kohltriebrüsslers die Ursache sein. Dieser kleine Rüsselkäfer nagt im zarten Herzbereich und verletzt die Haut. Wächst die Knolle, platzt diese dort auf. Am Markt sind diese Früchte unverkäuflich, im Hausgarten spielt das weniger eine Rolle, wenn mit der Ernte nicht zu lange gewartet wird.

Im Sommer kommt es gelegentlich vor, dass Eissalat bitter schmeckt. Das ist zwar unangenehm, jedoch nicht ungewöhnlich, denn es ist ein Zeichen, dass der Salat kurz vor dem Schossen, also der Blütenbildung, steht. Verursacht durch Hitze, will der Salat blühen, dabei soll er doch eigentlich verspeist werden. Mit der richtigen Sortenwahl lässt sich dieses ­Problem vermeiden.

Kleine Schleimer. Bei feuchtem Wetter sind die kleinen Schleimer gleich wieder da. Schnecken sind in vielen Gärten heimisch, besonders, wenn abends gegossen wird. Bei Hitze verstecken sie sich in Erdspalten oder unter Brettern. Dort könnten sie ganz einfach und natürlich abgeklaubt und aus dem Garten entfernt werden. Aber bitte nicht zum Nachbarn werfen, denn der bringt sie verlässlich zurück.

Am Schnittlauch oder an Zwiebel, Lilien und Lauch findet sich oft ein etwa ein Zentimeter großer Käfer im leuchtenden Rot: das Lilienhähnchen. Die grellrote Farbe soll Fressfeinde warnen. Sogar seine zwei Millimeter großen Eier, die am Schnittlauch kleben, weisen diese Signalfarbe auf. Aus den Eiern schlüpft eine Larve, die wie eine kleine Schnecke aussieht. Sie schützt sich mit Kot am Rücken und wird so ebenfalls kaum verspeist. Erst der erwachsene Käfer leuchtet wieder auffällig. Kommt man in seine Nähe, lässt sich der Käfer zu Boden fallen und versteckt sich im Boden. Weiß man das, kann man ihn einfach absammeln und zerdrücken. Denn Lilienhähnchen verursachen doch beachtlichen Schaden an Zwiebelgewächsen.

Blattlauskolonien. Am Fruchtgemüse fallen gelegentlich Blattlauskolonien auf, meist auf den Blattunterseiten. Entdeckt werden zuerst oft weiße Häutungsreste der Läuse. Auch klebrige Blätter und Ameisen sind Anzeichen für Lausbefall. Die Weibchen gebären lebende Junge in großer Zahl, und so wächst das Volk rasch an.

Finden sich Blattläuse, sollte unbedingt nach Nützlingen Ausschau gehalten werden.

Flinke schwarze Tiere, von drei bis zehn Millimeter groß und seitlich mit weißen oder orangen Streifen, sind Larven von Marienkäfern. So eine Larve frisst an die 60 Läuse pro Tag.

Auch die Larven von der Florfliege sind wertvolle Nützlinge. Sie heißen nicht zu Unrecht Blattlauslöwen, denn Läuse haben bei den krokodilähnlichen Larven mit den großen Beißzangen am Kopf keine Chance.

Eine große Hilfe sind weiters Schwebfliegenlarven. Diese sehen wie kleinere Bienen aus und fallen auf, wenn sie im Flug abrupt abstoppen und ruhig in der Luft stehen können. Ihre Larven werden bis zu einem Zentimeter groß. Sie sehen aus wie kleine Schnecken. Finden sich solche Tiere in Blattlauskolonien, regelt die Natur den Bestand in kürzester Zeit. Sonst kann man sich an trüben Tagen mit Kaliseife oder Rapsölprodukten behelfen.

Kalziummangel. Bei Tomaten, Paprika oder Melanzane fällt oft auf, dass die Fruchtspitzen braun werden und eintrocknen. Die restliche Frucht ist jedoch in Ordnung. Das ist keine Krankheit, sondern Kalzium-Mangel. Dieser entsteht gerne bei ungleichmäßiger Wasserversorgung oder wenn Kalzium fehlt. Gleichmäßige Wassergaben und eine Düngung mit Kalziumnitrat beheben den Mangel verlässlich.

„Beim Kontrollgang durch die ­Gemüsereihen gibt es auch ­unliebsame Überraschungen.“

Gertrud Baumgartner, Gertruds Garten, Dornbirn
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