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Gedenken an Völkerschlacht

Exerzierübungen, Konzerte, Gottesdienste: Der Völkerschlacht bei Leipzig wird zum 200. Jahrestag vielfältig gedacht – nicht immer unumstritten.

Mit zahlreichen Veranstaltungen ist am Samstag der Völkerschlacht bei Leipzig vor 200 Jahren gedacht worden. Am Vormittag kamen Vertreter von 15 europäischen Fürstenhäusern zu einem ökumenischen Gottesdienst in der kleinen Stadt Rötha zusammen.

Im Anschluss an den Gottesdienst nahmen die Vertreter der Fürstenhäuser an einer Gedenkfeier im Park des früheren Schlosses teil. Schloss Rötha, das 1969 gesprengt wurde, hatte den Alliierten gegen Napoleon 1813 als Hauptquartier gedient. Auf Einladung der Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land und des Fördervereins Rötha waren unter anderen der österreichische Kaiserenkel Georg von Habsburg mit seiner Frau Eilika sowie Zaren-Nachfahre Georgi Michailowitsch Romanow sowie Alexander und Gisela Prinz und Prinzessin von Sachsen gekommen.

Am Freitagabend hatte der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, bei einem Festakt in dem vor 100 Jahren eingeweihten Völkerschlachtdenkmal vor einem Wiedererstarken des Nationalismus gewarnt. „Die Krise droht uns Europäer auseinanderzutreiben.“ Dabei sei die europäische Integration das einzige Mittel, um die zerstörerischen Kräfte des Nationalismus zu bannen, sagte er.

6000 Teilnehmer

Die für Sonntag geplante Nachstellung der Schlacht mit rund 6000 Teilnehmern aus dem In- und Ausland wird kontrovers diskutiert. Ein prominenter Gegner des Spektakels ist Thomaskirchen-Pfarrer Christian Wolff. Im Gedenken an „dieses unsägliche Gemetzel“ verbiete sich „jede Folklorisierung der kriegerischen Handlungen auf Schlachtfeldern“, hatte er gemahnt.

Dagegen sieht der Historiker Paul Nolte in der Nachstellung der Völkerschlacht eine legitime Form der Auseinandersetzung mit Geschichte. Sie könne eine Brücke zu einer ernsthaften Beschäftigung mit dem Thema schlagen, sagte der Geschichtsprofessor. „Denn nicht jedem ist es gelegen, ein 1000-seitiges Buch durchzulesen und sich mit wissenschaftlichen Formen der Geschichte näher zu beschäftigen.“

In der Völkerschlacht standen sich 500.000 Soldaten gegenüber, mehr als 90.000 starben. Napoleon unterlag den alliierten Truppen Russlands, Österreichs, Schwedens und Preußens.

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