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Marias Eltern in Bulgarien entdeckt

Den Behörden in Bulgarien ist es möglicherweise gelungen, die leibliche Mutter der in einer griechischen Roma-Siedlung entdeckten kleinen Maria zu finden.

Die Suche nach den leiblichen Eltern der kleinen Maria, die vor einer Woche in einem Roma-Lager nahe der mittelgriechischen Stadt Farsala gefunden wurde, hat offenbar zum Ziel geführt. Wegen des Verdachts des Kinderhandels soll die Polizei in der südwestbulgarischen Grenzstadt Sandanski ein Ehepaar vernommen haben. Es werde nun geprüft, ob die Frau und ihr Mann die biologischen Eltern des Mädchens sind. Die Mutter soll für Maria 255 Euro erhalten haben.

Unterdessen sorgt ein ähnlicher Fall auf der griechischen Insel Lesbos für Aufsehen: Am Mittwoch nahm die Polizei drei Roma fest. Bei ihnen wurde ein zweieinhalb Monate alter Bub gefunden. Eine 51-Jährige, ihr 21-jähriger Sohn und dessen 19-jährige Freundin hatten versucht, das Baby beim Standesamt zu registrieren. Sie konnten aber nicht die erforderlichen Nachweise vorlegen.

Keine Seltenheit

Kinder als Ware, die hin und her geschoben, gehandelt und verliehen werden, sind unter den Roma in Griechenland keine Seltenheit, sagen Kenner der Verhältnisse. Ein Motiv: die Familienbeihilfe. So hatte die vorgebliche Mutter von Maria, die mit zwei Ausweisen als Eleftheria Dimopoulou und Selini Sali auftrat, unter dem ersten Namen fünf und in einer anderen Gemeinde unter dem anderen Namen vier Kinder gemeldet. Ihr Mann meldete in einer dritten Kommune weitere fünf Kinder. So wurden aus fünf Kindern auf dem Papier 14. Nach Angaben aus Polizeikreisen soll das Paar auf diesem Weg 2800 Euro im Monat kassiert haben.

Während beide Eheleute in Untersuchungshaft sitzen, versuchen Standesämter und Sozialbehörden, ihre verworrenen Familienverhältnisse zu durchleuchten. Gerade in Südosteuropa sei es durchaus üblich, dass Roma-Familien Kinder weggeben, tauschen oder ausleihen, mitunter über Landesgrenzen hinweg, sagt ein Athener Ermittler.

Fremde Kinder als eigene registrieren zu lassen, war für betrügerische Paare in Griechenland bisher unvorstellbar leicht. Eine eidesstattliche Erklärung und zwei Zeugenaussagen reichten, um ein daheim geborenes Kind beim Standesamt anzumelden. Die Mutter brauchte das Baby nicht einmal mitzubringen. Selbst Jahre nach einer Geburt konnte man Kinder registrieren lassen. Nun ändert Griechenland die Vorschriften. Künftig ist ein Gentest erforderlich.

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