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Gehirnströme statt Tastatur

Facebook will eine kühne Vision verwirklichen: Tippen soll überflüssig werden, dafür ein vernetztes Gehirn schreiben.

Was einem Roman großer Science-Fiction-Autoren wie Isaac Asimov oder Arthur C. Clarke entspringen könnte, soll eines Tages Realität sein – zumindest, wenn es nach dem mit 1,9 Milliarden aktiven Mitgliedern weltgrößten Online-Netzwerk geht.

Die (noch im Moment sehr fantasievolle) Vision, die Facebook-Managerin Regina Dugan nun auf der jährlichen Entwicklerkonferenz F8 im kalifornischen San José vorstellte: Menschen sollen per Gehirn Wörter an Computer weitergeben. Eine noch zu findende Technik wertet Gehirnströme aus und münzt sie in Buchstaben um.

Die Wissenschaftlerin zitierte laufende Projekte der renommierten Stanford-Universität nahe des Silicon Valley: Eine Gelähmte könne über „bohnengroße“ Elektroden im Gehirn am Computer schreiben, acht Wörter pro Minute, Buchstabe für Buchstabe. Wie das geht? Elektroden registrieren Neuronenaktivitäten der Frau, wenn sie gezielt einen Buchstaben eintippen wolle.

Daran könne man anschließen, nicht für einen breitentauglichen Einsatz geeignet sei aber die momentan verfügbare Implantat-Technologie. Vielmehr sollen künftig hochempfindliche Sensoren auf der Kopfoberfläche zerebrale Aktivitäten „millimetergenau, Hunderttausende Male pro Sekunde“ überwachen. „Solche Technologie existiert heute nicht. Wir werden sie erfinden müssen“, gab Dugan einen Statusbericht. Bei Facebook forsche ein 60-köpfiges Expertenteam. Am Ende solle man Textnachrichten schicken können, ohne am Smartphone zu wischen oder zu tippen. Mittelfristiges Ziel sei es, pro Minute auf 100 derart generierte Wörter zu kommen. Letztlich werde es nicht nötig sein, im Kopf Begriffe aus einzelnen Buchstaben zu bilden. Drohe Gedankenüberwachung? Es gehe nicht darum, „wahllos Gedanken von Menschen zu lesen“, will Facebook Kritikern zuvorkommen.

Mark Zuckerbergs Unternehmen ist nicht das einzige, das neurologisch forscht: Elon Musk, unter anderem PayPal-Mitbegründer, Boss des Elektrofahrzeugherstellers Tesla und Raumfahrtunternehmer, will das humane Schaltzentrum ebenfalls digital vernetzen. Ende März berichtete das „Wall Street Journal“, der Milliardär halte Beteiligungen am Unternehmen Neuralink. Musk sieht in künstlichem Nervengewebe ein zukunftsträchtiges Bindeglied. Dies könne Menschen auch dabei helfen, künstlicher Intelligenz Paroli zu bieten. Vor deren möglicher Übermacht hatte selbst der „Mr. Hightech“ bereits mehrfach gewarnt.

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