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„Er gab zu, dass er ein kranker Mann ist“

Im Missbrauchsprozess gegen US-Fernsehstar Bill Cosby sagte nun auch die Mutter des mutmaßlichen Opfers aus. Dem 79-Jährigen drohen bis zu 30 Jahre Haft.

Im Missbrauchsprozess gegen Bill Cosby wird die Luft für den ehemaligen TV-Liebling immer dünner. Nachdem am Dienstag das mutmaßliche Opfer Andrea Constand (44) selbst vor dem Gericht in Norristown im US-Bundesstaat Pennsylvania fünf Stunden lang ausgesagt und ihn schwer belastet hatte (wir berichteten), äußerte sich gestern deren Mutter: Gianna Constand schilderte, der 79-Jährige habe bei einem Telefonat vor zwölf Jahren eingeräumt, dass er „ein kranker Mann“ sei.

Sie und ihre Tochter hätten etwa ein Jahr nach dem mutmaßlichen Übergriff Cosbys mehr als zwei Stunden mit dem Fernsehstar telefoniert. „Ich wünschte, ich hätte es aufgezeichnet“, sagte Gianna Constand. In dem Gespräch habe Cosby eingeräumt, ihrer Tochter Andrea Tabletten gegeben und sie dann sexuell missbraucht zu haben. „Er wollte mir aber zu verstehen geben, dass es einvernehmlich war.“

Cosby habe versucht, sie zu „manipulieren“ und habe angeboten, eine Therapie ihrer Tochter zu bezahlen. „Ich wurde sehr aggressiv, ich war sehr unfreundlich, ich wollte wissen, was er ihr verabreicht hat“, sagte Constand. Ihre Tochter habe in Cosby „einen Vater gesehen“. „Er hat sie betrogen.“

Das Einzige, was sie von Cosby verlangt habe, sei eine Entschuldigung gewesen, sagte sie weiter. „Ich entschuldige mich bei Andrea, und ich entschuldige mich bei dir, Mami“, habe Cosby gesagt. Nach ihrer Aussage brach Gianna Constand in Tränen aus und vergrub ihr Gesicht in ihren Händen.

Auch die Anwältin des Hauptdarstellers der Familienserie „The Cosby Show“ erwies ihrem Mandanten keinen Gefallen. Angela Agrusa fiel laut US-Medienberichten vor allem durch falsche Datumsangaben und Feindseligkeit auf. Darüber hinaus musste der Vorsitzende Richter Steven O’Neill die 54-Jährige mehrere Male auf juristische Selbstverständlichkeiten hinweisen, als sie das mutmaßliche Opfer Andrea Constand ins Kreuzverhör nahm.

Zumindest auf seinen Freundeskreis scheint Bill Cosby zählen zu können. Zum Prozessauftakt wurde er von der 38-jährigen Keshia Knight begleitet, die in „The Cosby Show“ seine TV-Tochter Rudy Huxtable mimte. An Tag drei stand Schauspielerin Sheila Frazier dem gefallenen Entertainer zur Seite. Mit ihr stand der 79-Jährige in der Komödie „California Suite“ von 1978 vor der Kamera.

Bill Cosby wird von rund 60 Frauen beschuldigt, sich in früheren Jahrzehnten an ihnen vergangen zu haben. Da die meisten Vorfälle aber verjährt sind, ist der Strafprozess zu Constands Anschuldigungen der einzige, der den Schauspieler ins Gefängnis bringen könnte. Bei einem Schuldspruch drohen ihm bis zu 30 Jahre Haft sowie eine hohe Geldstrafe. Cosby selbst wird im Prozess aller Voraussicht nach nicht aussagen. Das Urteil wird frühestens in eineinhalb Wochen erwartet.

Darüber hinaus haben laut „Washington Post“ 13 Frauen mindestens sieben Zivilklagen wegen Verleumdung, sexueller Nötigung oder sexueller Belästigung in drei Bundesstaaten gegen Cosby angestrengt.

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