Kontakt

Neue Zeitungs GmbH
Gutenbergstraße1
6858 Schwarzach

Phone: 0043 5572 501 500

Gemeinsamer Kampf gegen die Flammen

Portugal und Spanien versuchen mit allen Mitteln, die Brände einzudämmen, die bereits Dutzende Menschen das Leben kosteten. Hilfe für die Einsatzkräfte kommt von Freiwilligen.

Von Felix Steinle

Leichte Entspannung in Nordkalifornien – höchste Anspannung in Portugal und Spanien: Während der massive Einsatz von mehr als 11.000 Feuerwehrleuten im bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat erste Erfolge gezeigt hat und gute Fortschritte bei der Eindämmung von Buschbränden erzielt werden konnten, verloren in Portugal und Spanien bei Waldbränden bereits rund 40 Menschen ihr Leben.

Besonders verheerend waren die Brände in Nord- und Mittelportugal, wo nach Angaben des Zivilschutzes allein mindestens 39 Menschen starben. Neben für die Jahreszeit ungewöhnlich hohen Temperaturen und starker Trockenheit wurden die Feuer auch von Ausläufern des Wirbelsturms „Ophelia“ angefacht, der bei Irland tobt (siehe links). Regierungschef António Costa rief den Ausnahmezustand für die betroffenen Regionen aus, darunter die Bezirke Coimbra, Castelo Branco und Viseu. Insgesamt mehr als 5800 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Gestern wurden noch rund 30 Großfeuer gezählt, insgesamt gab es 524 kleinere und größere Brände. Die Behörden riefen die Bevölkerung dazu auf, selbst gegen die Flammen vorzugehen, da nicht überall auf die Feuerwehrleute gewartet werden könne.

Für Dieter Pilat, Einsatzoffizier der Grazer Feuerwehr, eine durchaus übliche und notwendige Maßnahme. „Auch hierzulande ist es die Pflicht eines jeden Einzelnen, im Rahmen seiner Möglichkeiten Löschversuche zu unternehmen. Portugal ist aufgrund der Anzahl an Feuerwehrleuten vom Sicherheitspotenzial nicht mit Österreich vergleichbar, das hier Weltspitze ist. Also werden Menschen angehalten, Flur- und Wiesenbrände zu bekämpfen, um zu verhindern, dass diese zu Waldbränden wachsen.“

Eine gefährliche Aufgabe, bei der es laut dem Waldbrand-Experten einiges zu beachten gilt. „Man sollte in hügeligen Gebieten nie versuchen, Feuer von oben zu löschen, sondern von unten oder der Seite, da diese eben nach oben ziehen und so Fluchtwege abgeschnitten werden könnten.“ Pilat sieht neben der Rauchentwicklung („Auch bei Waldbränden können bei Temperaturen von bis zu 1000 Grad Celsius verschiedenste Gifte entstehen“) die starken Winde als größte Herausforderung und Gefahr für die Freiwilligen in Spanien und Portugal: „Im Gelände hierzulande beträgt die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Brände rund sieben bis zehn Kilometer pro Stunde – in den Pinien- und Eukalyptuswäldern in Kroatien oder eben Portugal und Spanien kann diese bis zu 50 Kilometer betragen.“

Mit welchem Einsatz die Betroffenen versuchen, ihren Beitrag zu leisten, verdeutlichten Fernsehbilder aus der nordwestspanischen Region Galicien. Einwohner der Stadt Carballeda de Avia, die sich Tücher vor Mund und Nase hielten, bekämpften verzweifelt die Flammen mit Wasser aus Eimern und Töpfen. Dennoch verloren auch hier bereits drei Menschen ihr Leben. Besonders tragisch: Bei 17 Feuern gingen die Behörden davon aus, dass Brandstifter am Werk waren. „Das sind absolut vorsätzliche Feuer, verursacht von Leuten, die wussten, was sie tun“, sagte der Chef der Regionalregierung, Alberto Núñez Feijoo. Die Lage sei „sehr besorgniserregend“. Spaniens Innenminister Juan Ignacio Zoido schrieb auf Twitter mit Blick auf die Brandstiftungen, „mehrere Menschen wurden im Zusammenhang mit den Feuern in Galicien identifiziert“.

Artikel 1 von 1
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.