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Aufstand gegen die Albtraum-Fabrik

Causa Weinstein löst breite Debatte zu sexueller Gewalt und Sexismus aus, und das nicht nur in der Filmbranche.

Albtraum-Fabrik Hollywood: Im Zuge des Skandals um US-Filmproduzent Harvey Weinstein ist nun auch der Chef der Amazon Studios, Roy Price, zurückgetreten. Die Filmproduzentin Isa Hackett („The Man in the High Castle“) hatte Price sexuelle Belästigung vorgeworfen. Das zu Amazon gehörende Filmstudio arbeitete mit Weinstein zusammen. Auch Schauspielerin Rose McGowan hatte schwere Vorwürfe gegen Amazon erhoben: Man habe gewusst, dass sie von Weinstein vergewaltigt worden sei. Sie war unter den ersten Frauen, die über die Belästigungen durch Weinstein sprachen. Der Fall hat eine breite Debatte über Missbrauch und Belästigung von Frauen ausgelöst – nicht nur im Filmgeschäft. Samantha Bee, die einzige Frau mit einer Late-Night-Show im US- Fernsehen, sagte zum Ausmaß des Skandals, es scheine „für alle eine große Überraschung zu sein, außer für Frauen“.

Auch Oscar-Preisträgerin Jennifer Lawrence meldete sich zum System Hollywood zu Wort: Zu Beginn ihrer Karriere musste sie sich für Fotos nackt in einer Reihe mit anderen Frauen aufstellen. Daraufhin legte ihr die Produzentin nahe, die Nacktfotos als „Inspiration“ für eine Diät zu benutzen. Lawrence fühlte sich damals machtlos. „Ich wollte kein Whistle-Blower sein, wollte keine beschämende Geschichte in einer Zeitschrift – ich wollte eine Karriere.“ Erst als Star habe sie Kraft gefunden, Nein zu sagen.

Nach einem Aufruf von Alyssa Milano posten Hunderttausende unter dem Hashtag „MeToo“ (ich auch) ihre Erlebnisse mit sexueller Gewalt. Die Zahl der Geschichten ist zugleich beeindruckend und schockierend. Die Idee von „MeToo“ stammt nicht von Milano selbst, sondern ist schon zehn Jahre alt und geht auf die afroamerikanische Aktivistin Tarana Burke zurück. Aus aktuellem Anlass erlebt der Hashtag nun ein großes Revival: Laut Twitter haben innerhalb von 24 Stunden 4,7 Millionen Menschen aus der ganzen Welt den Hashtag verwendet, mit über zwölf Millionen Postings, Kommentaren und Reaktionen. Laut Facebook sind mehr als 45 Prozent in den USA mit jemanden befreundet, der mit „MeToo“ gepostet hat.

Viele Frauen fühlen sich durch „MeToo“ endlich gehört und können das Erlebte besser verarbeiten. Gleichzeitig werden aber auch Stimmen laut, das Thema sexuelle Gewalt sei nichts Neues: Wie oft müsse es noch Online-Aktionen geben, bis endlich etwas geschehe?

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