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Erfinder will Meere säubern

Boyan Slat will die Meere vom Plastikmüll säubern.  APA/AFP

Boyan Slat will die Meere vom Plastikmüll säubern.  APA/AFP

„The Ocean Cleanup“ nennt sich das Projekt eines jungen Niederländers, das 2018 startet.

Die Zeit drängt“, sagt der 23-jährige Erfinder aus Delft, der Zentrale des Projekts. Deshalb will Boyan Slat schon im nächsten Jahr starten. Ein Prototyp seiner Anlage, die das Meer vor Plastikmüll reinigen soll, wird bereits vor der niederländischen Nordseeküste getestet. Bisher hielt sie selbst heftigen Stürmen stand. Im Februar wird die Anlage dann vor San Francisco (Kalifornien) zusammengebaut, für März ist die Generalprobe angesetzt – mit Mai soll dann die große Meeresreinigung, der „Ocean Cleanup“, starten.

„Eigentlich bauen wir eine Art künstliche schwimmende Küs­tenlinie“, erklärt Slat. Der Müll wird angeschwemmt und kann eingesammelt werden. Verankert wird das System aus zwei je 600 Meter langen Kunststoffrohren in U-Form und einer Art Vorhang darunter in etwa 500 Metern Tiefe.

Auf dem Teller. Der riesige Müllfänger soll sich beim Nordpazifikwirbel, dem sogenannten Großen Pazifikmüllfleck, beweisen. Das zwischen Kalifornien und Hawaii liegende Gebiet gehört zu den fünf größten Strömungswirbeln weltweit, in denen sich Müll sammelt. „Plas­tikmüll verschwindet nicht einfach“, erklärt der Niederländer mit dem dunklen Lockenkopf, der für das Projekt sein Studium der Luft- und Raumfahrttechnologie vorerst aufgegeben hat. „Kleinste Plastikteile gelangen in die Nahrungskette und irgendwann auch auf unseren Teller.“ Schon als 16-Jähriger hatte er mit der Entwicklung des Projekts begonnen, nachdem er beim Tauchen in Griechenland „fast mehr Plastik als Fische“ im Meer gesehen hatte.

Sieben Jahre und 31,5 Millionen Dollar später – sie wurden über Crowdfunding und durch die Unterstützung von Firmen und Universitäten aufgebracht – stehen für den „Ocean Cleanup“ alle Signale auf Grün. Umweltschützer kritisieren zwar, dass sich auch Tiere in der Anlage verfangen werden und dass die Meeresreinigung nur die Symp­tome, aber nicht die Ursachen der Umweltverschmutzung beseitigt. „Es ist doch nicht entweder oder“, entgegnet Slat, „man muss beides tun.“

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