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Wien

Ein Meilenstein für dasSchengener Infosystem

Gespeicherte Fingerabdrücke, die ab nächstem Jahr abgefragt werden können, sollen System noch effizienter machen.

Wir müssen in Zukunft noch schneller werden, zumindest in bestimmten Bereichen.“ Das erklärte Stefan Sturmann vom Bundeskriminalamt gestern in Wien, als in Sachen Schengener Informationssystem (SIS) Bilanz gezogen wurde.

In den 20 Jahren seines Bestehens hat das Fahndungssystem eine „dynamische Fortentwicklung“ miterlebt, wie Regine Wieselthaler-Buchmann vom Bundeskriminalamt betonte. Gab es etwa im Jahr 2000 noch 84 Festnahmen, die durch das Informationssystem möglich waren, ist die Zahl im Vorjahr bereits auf 561 gestiegen. Dabei handelt es sich um im Ausland gefasste Personen, die von den österreichischen Behörden gesucht wurden.

Zu den spektakulärsten Festnahmen zählt die Verhaftung eines US-amerikanischen Rappers 2016 in Frankreich, der von den österreichischen Behörden wegen eines Sexualdelikts gesucht wurde, verriet Sturmann, der das „Sirene“-Büro im Bundes­kriminalamt leitet. Dies ist die Kontaktstelle der Sicherheitsbehörde eines Schengenmitgliedsstaats, deren Zahl von zehn auf 30 angestiegen ist.

Gestiegen ist auch die Zahl der in Österreich geschnappten Verdächtigen, von 77 im Jahr des Beginns auf 396 im Jahr 2016. „An die 5,5 Millionen Einträge in der SIS-Datenbank waren es vor 20 Jahren“, sagte Wieselthaler-Buchmann – mittlerweile wurden 75 Millionen daraus, davon rund 37.000 tatsächliche Haftbefehle, der große Rest gespeicherte Identitätsdokumente.

Damit die Arbeit noch effizienter wird, ist für 2018 ein Meilenstein beim Schengener Infosystem geplant: Unter der Bezeichnung SIS II AFIS wird auch das Abfragen von Fingerabdrücken eingefügt. Dies soll ermöglichen, noch besser auf Identitätsdiebstahl zu reagieren und somit international agierende Tätern leichter zu fassen. 6,5 Millionen Euro wurden bereits in SIS II investiert.

Ein aktueller Erfolg: Bei einer seit 2016 laufenden Operation in Österreich, Deutschland und den Niederlanden wurden 18 Tatverdächtige festgenommen. Sie sollen einer Schlepperbande angehören, die rund 1000 Syrer und Iraker nach Österreich und Deutschland gebracht hat.

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