Kontakt

Neue Zeitungs GmbH
Gutenbergstraße1
6858 Schwarzach

Phone: 0043 5572 501 500

10.000 Überwacher sollen nun Youtube von Gewalt säubern

Videoplattform geriet zuletzt massiv unter Kritik. Fortan sollen Mensch und Maschine vermeiden, dass extremistische Inhalte auf Youtube Platz finden.

Der Druck auf den Internetriesen Google wuchs zuletzt enorm: Nach massiver Kritik und Schelte seitens der Politik will der Konzern nun bei seiner Videoplattform Youtube härter gegen Gewalt und Extremismus vorgehen. Ohne zusätzliche Kräfte ist dies kaum möglich: Unter anderem werde daher das Team jener Mitarbeiter, die bei Google verdächtige Inhalte prüfen, im nächsten Jahr auf insgesamt 10.000 aufgestockt, kündigte nun Youtube-Chefin Susan Wojcicki an.

Zugleich komme verstärkt Googles Expertise bei künstlicher Intelligenz zum Einsatz: Das maschinelle Lernen helfe menschlichen Prüfern, fast fünf Mal mehr Videos zu entfernen. Seit Juni seien insgesamt 150.000 Videos wegen gewalttätigem Extremismus gelöscht worden. Inzwischen würden 98 Prozent davon von den selbstlernenden Maschinen aufgespürt, erklärte Wojcicki. Das ermögliche es Youtube, solche Inhalte schneller zu löschen, rechnen die Zuständigen vor.

Fast 70 Prozent davon seien binnen acht Stunden nach dem Hochladen entfernt worden und fast die Hälfte in zwei Stunden. Die Algorithmen hätten seit Juni ein Volumen an Videos abgearbeitet, für das 180.000 Personen bei einer 40-Stunden-Woche benötigt worden wären. Youtube kam in diesem Jahr unter Druck von Werbekunden, nachdem ihre Anzeigen im Umfeld extremistischer Videos gelandet waren. Wojcicki kündigte nun „einen neuen Ansatz für Werbung auf Youtube“ an, damit „Anzeigen nur dort laufen, wo sie auch laufen sollen“. Dazu solle es mehr menschliche Kontrolle zusätzlich zu den Algorithmen geben und eine sorgfältigere Prüfung, welche Kanäle und Videos für Werbung infrage kommen.

Im Juni hatten Youtube, Facebook, Microsoft und Twitter ein Bündnis verkündet, um im Kampf gegen terroristische Propaganda vorzugehen. Das „Global Internet Forum“ baue auf Initiativen wie dem „EU Internet Forum“ auf. Auch Facebook hatte damals bekannt gegeben, dass selbstlernende Maschinen stärker dafür eingesetzt werden, damit solche Inhalte gar nicht erst die entsprechende Plattform erreichen.

In Deutschland greifen mittlerweile die Vorschriften des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes, das ein schnelles Löschen verbotener Inhalte vorsieht. Werden die Betreiber nicht tätig, drohen ihnen saftige Bußgelder. Bei Firmen können dies bis zu 50 Millionen Euro sein.

Artikel 1 von 1
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.