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Russland kündigt Vergeltung an

Nach der Giftattacke auf den Ex-Spion Skripal: 14 EU-Staaten weisen russische Diplomaten aus, die USA 60. Österreich hält sich zurück.

Als Konsequenz nach dem Giftanschlag auf den russischen Ex-Doppelagenten Sergei Skripal in Großbritannien weisen 14 EU-Länder russische Diplomaten aus. Das gab EU-Ratspräsident Donald Tusk bei einer Pressekonferenz im bulgarischen Warna bekannt. Die EU-Staaten machen Russland für den Giftanschlag in Südengland verantwortlich. Auch die USA weisen 60 russische „Agenten“ aus, außerdem werde das russische Konsulat in Seattle geschlossen, gab das Weiße Haus bekannt.

Österreich schließt sich den Strafmaßnahmen eines großen Teils der EU-Mitgliedsstaaten gegen Russland nicht an. „Wir werden keine Diplomaten ausweisen“, teilten Bundeskanzler Sebastian Kurz und Außenministerin Karin Kneissl mit. „Wir stehen hinter der Entscheidung der EU, Botschafter aus Moskau zurückzurufen, werden aber keine nationalen Maßnahmen setzen. Vielmehr wollen wir die Gesprächskanäle nach Russland offenhalten“, argumentierten Kurz und Kneissl. Österreich sei ein neutrales Land und sehe sich als Brückenbauer zwischen Ost und West.

Das russische Außenministerium kündigte Maßnahmen gegen die Diplomatenausweisung an: „Wir werden darauf reagieren“, hieß es in einer Erklärung des Ministeriums, in der von einer provokativen Geste dubioser Solidarität der westlichen Staatengruppe mit London die Rede war. „Auch die Verbündeten Großbritanniens haben keine objektiven oder ausreichenden Angaben, sie folgen blind dem Prinzip der euroatlantischen Einheit und schädigen dabei den gesunden Menschenverstand“, teilte Russlands Außenministerium mit.

„Auf so etwas folgen üblicherweise adäquate Maßnahmen, also die Ausweisung der gleichen Zahl westlicher Diplomaten aus Russland“, sagte der russische Politologe Aschdar Kurtow zur Kleinen Zeitung. Wobei es die russische Diplomatie aufgrund der großen Zahl von Ausweisungen besonders treffe: „Das führt zu einer Desorganisation ihrer Arbeit, und es wird schwer werden, so viele ausgewiesene Beamte zu ersetzen.“ Kurtow denkt, es könne auch wieder zu wirtschaftlichen Sanktionen des Westens kommen, weil das Hauptproblem nach wie vor bestehe: Der Fall Skripal bleibe ungelöst.

Der russische Senator Wladimir Dschabarow sprach von einer geplanten Aktion: „Aus dem Vorwurf, Russland habe sich in die US-Wahlen eingemischt, ist die Luft draußen, also haben sie Skripal gefunden.“ Es werde kein Weltkrieg dabei herauskommen. Aber die Beziehungen werden sich eindeutig weiter abkühlen.

Stefan Scholl, Moskau

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