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Malala kehrt zurück – und kämpft weiter

Friedensnobelpreisträgerin Malala reiste sechs Jahre nach dem Anschlag auf sie erstmals wieder nach Pakistan. Wegen ihres Einsatzes für Mädchen wird sie verehrt – und angefeindet.

Warum sie im Oktober 2012, als bewaffnete Taliban-Schergen in ihrem Heimatort Mingora in den Schulbus stiegen und sie in den Kopf schossen, beinahe starb, darf nie vergessen werden: Malala Yousafzai setzte sich für die Bildung der weiblichen Bevölkerung von Pakistan ein. Nun, nach bald sechs Jahren, kehrte die Friedensnobelpreisträgerin erstmals in ihr Heimatland Pakistan zurück. Es waren emotionale Momente. Der pakistanische Ministerpräsident Shahid Khaqan Abbasi hieß die heute 20-Jährige willkommen: „Ich bin sehr glücklich, unsere Tochter hier willkommen zu heißen“, sagte er bei einem Empfang in Islamabad. Er sieht sie als Symbolfigur „Du bist die stärkste der pakistanischen Stimmen gegen Extremismus.“ Malala hielt vor hohen Gästen im Amtssitz des Ministerpräsidenten eine emotionale Rede. „Ich kann nicht glauben, dass es wirklich passiert – ich habe in den vergangenen Jahren so oft davon geträumt, wieder in meine Heimat zurückzukehren“, sagte sie mit Tränen in den Augen. „Ich bin erst 20 Jahre alt, aber ich habe viel erlebt. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich dieses Land nie verlassen“, sagte sie.

Malala überlebte den feigen Taliban-Anschlag schwer verletzt und wurde im britischen Birmingham behandelt, wo sie seitdem mit ihrer Familie lebt und ihren Schulabschluss machte. 2014 wurde Malala mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet – mit 17 Jahren war sie die mit Abstand jüngste Preisträgerin. Obwohl sie heute an der Universität Oxford studiert, setzt Malala ihre Kampagne „Bildung für jedes Kind“ fort.

Dass es im Rahmen ihres Besuchs strengste Sicherheitsvorkehrungen gibt, hat seinen Grund: In ihrem Heimatland Pakistan wird Malala für ihr Engagement nicht nur verehrt, sondern auch nach wie vor angefeindet. Viele Pakistaner werfen ihr vor, ihr Land im Westen in Misskredit zu bringen. Islamisten, und davon gibt es noch immer zu viele in Pakistan, kritisieren zudem ihren Einsatz für die Schulbildung von Mädchen.

Bekannt wurde Malala mit einem Blog für die BBC, mit dem sie im Alter von elf Jahren begann. Darin beschrieb die Tochter eines Schulleiters ihr Leben unter den radikalislamischen Taliban im Swat-Tal im Nordwesten Pakistans und machte sich für den Schulbesuch von Mädchen stark. Eben dort sorgt ihr Besuch für große Freude. „Ich hätte nicht gedacht, dass sie jemals zurückkommen würde“, sagte Rida Siyal, die nach eigenen Angaben vor der Attacke eine gute Freundin von Malala war. Malala habe „die dunkle Macht der Angst besiegt.“ Ahmed Shah, ein Freund ihres Vaters, sagte, die junge Frau sei ein „wichtiges Symbol für Mut“. Und: „Sie hätte schon viel eher nach Hause kommen sollen.“

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