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Eine blutige Strategie für Palästina

Tote und Verletzte im Gazastreifen: Zehntausende Palästinenser demonstrieren an der Grenze zu Israel. Dies soll der Auftakt einer wochenlangen Kampagne sein. Von Gil Yaron, Jerusalem

Werden Israels Befürchtungen eines neuen Krieges rund um Gaza jetzt wahr? Schon lange schien das Eskalationspotenzial rund um den belagerten Landstrich nicht so groß wie am Karfreitag. Zehntausende palästinensische Demonstranten versammelten sich an mehreren Punkten in der Nähe zu Israel. Zwar hatten die palästinensischen Organisatoren gelobt, die Proteste seien friedlich. Selbst die Hamas hatte am Abend zuvor noch untypischerweise zur Gewaltlosigkeit gemahnt. Dennoch stießen Demonstranten mit israelischen Sicherheitskräften zusammen. Bis zum Abend vermeldeten palästinensische Quellen mehr als ein Dutzend Tote, Hunderte Verletzte. Israels Armeesprecher nannte niedrigere Zahlen.

Das Heulen von Sirenen palästinensischer Krankenwagen mischte sich mit dem Surren von Aufklärungsdrohnen. Israels Armee hatte sich seit Wochen auf diesen Tag vorbereitet: Soldaten verlegten neuen Stacheldraht, um zu verhindern, dass Terrorkommandos oder Massen von Demonstranten die Grenze durchbrechen. Große Truppenverbände, Panzer und 100 Scharfschützen wurden an der Grenze postiert. Zugleich machte die Armeeführung unmissverständlich klar: Wer versucht, nach Israel einzudringen, muss mit dem Tod rechnen.

Die Massenproteste sind nur der Startschuss für eine Zeit noch viel größerer Spannung. Wenn es nach den Organisatoren der Proteste vom Freitag geht, dann waren diese Auftakt einer Kampagne, die im Mai ihren Höhepunkt erreichen soll. Die kommenden Wochen sind mit zahlreichen symbolträchtigen Daten gespickt: Freitag war „Tag der Erde“, an dem Araber alljährlich gegen Israel protestieren. Zugleich begann das jüdische Passahfest, an dem eine religiöse jüdische Randgruppe alljährlich versucht, biblische Riten in Jerusalem in der Nähe des Tempelbergs abzuhalten.

Das nährt Ängste der Palästinenser, Israel wolle sich des Berges bemächtigen, auf dem heute die Al-Aksa-Moschee steht, eine der heiligsten Moscheen der Welt. Im April feiert Israel den 70. Jahrestag seiner Staatsgründung. Dieses Ereignis betrauern die Palästinenser am 15. Mai mit Protestkundgebungen, die dieses Jahr besonders scharf ausfallen dürften, weil die USA dann ihre neue Botschaft in Jerusalem eröffnen wollen.

Während die Israelis auf ihrer Seite der Grenze mit Bulldozern Erdwälle errichteten, um Demonstranten davon abzuhalten, in ihr Staatsgebiet einzudringen, planierten Bulldozer der Hamas Stätten für Zeltlager, in der fortan Tausende Demonstranten ununterbrochen nur wenige Hundert Meter von der Grenze entfernt bis Mai Mahnwachen abhalten und jede Woche Zehntausende protestieren sollen.

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