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„Friedlichste Stadt“ wurde zum Tatort

Campingbus raste in Münster in Gastgarten: vier Tote – unter ihnen auch der Fahrer.

Die Tat ereignete sich im Bereich des Gastgartens des Traditionsgasthauses „Großer Kiepenkerl“, das als Treffpunkt der 300.000-Einwohner-Stadt Münster gilt und auch bei Touristen sehr beliebt ist. Dort genossen gestern viele Menschen das frühlingshafte Wetter. Kurz vor 16 Uhr raste plötzlich ein Fahrzeug in eine Gruppe von Menschen, die im Bereich des Gastgartens saßen. Drei Passanten verloren dabei ihr Leben, 20 weitere sollen verletzt worden sein, davon sechs lebensgefährlich. Tot ist auch der Fahrer des Campingbusses. Laut Polizei erschoss sich der Täter nach dem Angriff selbst.

Sofort wurden Erinnerungen an den Anschlag von Stockholm wach, bei dem genau vor einem Jahr ein Attentäter mit einem gestohlenen Lastkraftwagen in der Stockholmer Innenstadt gezielt in eine Fußgängerzone fuhr. Fünf Menschen wurden damals getötet. Spekulationen darüber, ob es sich in Münster ebenfalls um einen Anschlag handelt, bestätigte die Polizei nicht. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagte die Polizeisprecherin. In mehreren Tweets appellierte die Exekutive immer wieder, „bitte keine Gerüchte“ und „keine Spekulationen“ zu verbreiten.

In den Abendstunden wurden dann erste Informationen über den Fahrer bekannt. Es soll sich um einen 48-jährigen Deutschen handeln, Grafikdesigner aus Münster, der angeblich schon mehrmals psychisch auffällig gewesen sein soll. Er soll erst vor Kurzem einen Selbstmordversuch unternommen haben.

Da in dem Campingbus ein verdächtiger Gegenstand entdeckt wurde, untersuchten Spezialkräfte die Wohnung des Mannes. Die Innenstadt wurde abgeriegelt. Die Polizei berichtete von Gerüchten, wonach zwei weitere Menschen aus dem Transporter gesprungen und geflüchtet sein könnten. Dies müsse jedoch noch verifiziert werden.

Der deutsche Innenminister Horst Seehofer zeigte sich bestürzt über den „schrecklichen Vorfall in Münster“. „Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen und Freunden. Auch „Tatort“-Kommissar Jan Josef Liefers, dessen Revier im TV Münster ist, trauert mit seiner Stadt. „Erste Bilder und Nachrichten aus Münster brechen mir das Herz“, twitterte Liefers. „Es ist einer der friedlichsten und freundlichsten Orte, die ich kenne – trotz dieses kranken Anschlags.“

Warum der 48-jährige Deutsche mit seinem Fahrzeug in die Menschenmenge gerast war, wird wohl noch länger Anlass zu Spekulationen geben.

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