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Lebwohl für die „Mutter der Nation“

Südafrika nahm nun Abschied von Winnie Mandela – ihre Person strahlte, sorgte aber auch für Schatten.

Von ihrem mit einem Nobelpreis geehrten Mann hatte sie sich 1992 getrennt, Südafrika hat die Anti-Apartheid-Kämpferin aber nie vergessen: Im Rahmen eines Staatsbegräbnisses haben gestern Zehntausende Menschen von der Anti-Apartheid-Ikone Winnie Mandela Abschied genommen. Die als Nomzamo Winifred Zanyiwe Madikizela geborene Sozialarbeiterin war 38 Jahre lang mit Nelson Mandela verheiratet gewesen, am 2. April ist die Exfrau des ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas 81-jährig verstorben.

Winnie Mandela hatte die zwei gemeinsamen Töchter während des Gefängnisaufenthaltes ihres Mannes alleine großgezogen und den Kampf für ein Ende der Apartheid fortgeführt. Nelson Mandela hatte 27 Jahre in Haft verbracht, bis er 1990 vor den Augen der Weltöffentlichkeit Hand in Hand mit Winnie in die Freiheit ging. Seine Frau musste auch selbst immer wieder ins Gefängnis. Sie wurde gefoltert, durfte die Schwarzen vorbehaltene Siedlung Soweto nicht verlassen und wurde schließlich ins abgelegene Brandfort verbannt. Dennoch war ihre Stimme nie verstummt. Während des Soweto-Aufstands im Jahr 1976 rief sie die Studenten auf, „bis zum bitteren Ende zu kämpfen“.

In den 1980er-Jahren sorgten ihr Stil und ihr Hang zur Radikalität für immer mehr Kritik. Winnie Mandela umgab sich mit wegen ihrer Brutalität berüchtigten Leibwächtern, die mutmaßlichen Verrätern mit Benzin getränkte Reifen umlegten und anzündeten – zynisch als „Halsketten“ bezeichnet. 1989 töteten ihre Leibwächter schließlich einen 14-Jährigen, den sie als Informanten verdächtigten. All das wurde zur Belastung für ihren Mann und die Anti-Apartheid-Bewegung, entfremdet hatte sich das Paar bereits während der Gefängniszeit. Trotzdem verbrachte sie 2013 die letzten Monate vor Nelson Mandelas Tod an seinem Sterbebett. In den vergangenen Jahren rückte sie zunehmend in die Rolle einer „Mutter der Nation“ und wurde zum Symbol des Kampfes gegen Intoleranz, Ungleichbehandlung und die einst alles bestimmende Rassentrennung am Kap.

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