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Ölbohrungen im Schutzgebiet der Berggorillas

In Kongo leben in Unesco-Welterbestätten die vom Aussterben bedrohten Berggorillas – trotzdem will man Ölbohrungen erlauben.

Zuletzt machte die Meldung, wonach die Zahl der in Freiheit lebenden Berggorillas erstmals wieder über 1000 gestiegen ist, neue Hoffnung. Nun die Schreckensnachricht für Tierschützer: Der Kongo will Ölbohrungen in Teilen geschützter Nationalparks erlauben, in denen unter anderem vom Aussterben bedrohte Berggorillas und andere gefährdete Menschenaffen leben.

Im östlichen Virunga-Nationalpark – insgesamt ist er 7800 Quadratkilometer groß – soll ein Fünftel der Parkfläche für Ölbohrungen freigegeben werden, wie es in einem Kabinettsbeschluss hieß. Auch im zentralen Salonga-Park, der im Kongo-Becken liegt und als eines der größten Regenwald-Schutzgebiete der Welt gilt, sollen Bohrungen zugelassen werden, hieß es in dem nun bekannt gewordenen Beschluss des Ministerrats. Zunächst soll es um Probebohrungen gehen. Bisher ist nicht bekannt, ob sich eine internationale Ölfirma bereits Rechte in den betroffenen Gebieten gesichert hat. Die Aktivisten der Gruppe Global Witness hatten bereits vor dem Plan der Regierung gewarnt.

Die Parks sind wegen ihrer einzigartigen Ökosysteme Unesco-Welterbestätten. In dem für seine große Artenvielfalt bekannten Virunga-Nationalpark sind rund ein Viertel der noch lebenden Berggorillas beheimatet. Der Salonga-Park mit einer Fläche von etwa 36.000 Quadratkilometern ist unter anderem Heimat der Zwergschimpansen. Im Bereich der Virunga-Berge im Grenzgebiet zwischen Kongo, Ruanda und Uganda ist die Zahl der gefährdeten Menschenaffen innerhalb von acht Jahren von 480 auf 604 Primaten gestiegen, hatten die Naturschutzorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) und der kongolesische Virunga-Nationalpark mitgeteilt. Zudem gebe es derzeit insgesamt 400 Tiere im Bwindi-Nationalpark in Uganda.

Eine britische Firma, Soco International, hatte bereits vor einigen Jahren im Virunga-Nationalpark im Bereich des Edwardsees die Möglichkeit von Ölbohrungen geprüft. Ein internationaler Aufschrei – unterstützt von dem oscarnominierten Dokumentarfilm „Virunga“ – führte jedoch zu einer Kehrtwende: Soco zog sich 2014 aufgrund des öffentlichen Drucks aus dem Kongo zurück.

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