International

USA stehen vor nationaler Zerreißprobe

31.05.2020 • 11:35 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Polizei bewacht das Weiße Haus und hält die wütenden Demonstranten zurück
Die Polizei bewacht das Weiße Haus und hält die wütenden Demonstranten zurück AFP

Proteste gegen Polizeigewalt in den USA spitzen sich zu.

In der Coronakrise reagierte er viel zu spät, weil er der US-Wirtschaft nicht schaden wollte. Letztlich hat US-Präsident Donald Trump den USA damit horrende Sterbezahlen verschafft – und die US-Wirtschaft liegt trotzdem darnieder.

Als ob das nicht reichen würde, gießt Trump nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd auch noch Öl ins Feuer: Der Präsident fordert „die unbegrenzte Macht des Militärs“ gegen die Demonstranten einzusetzen, die gegen den „Lynchmord“ lautstark protestieren.

In der Innenstadt von Philadelphia sind Geschäfte verwüstet, in Chicago brennen Autos, in Los Angelos kämpfen Demonstranten gegen die Polizei. Teile von Minneapolis sehen aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Die Proteste in den USA gegen die Polizeigewalt werden täglich schärfer. In der Nacht zum Sonntag haben wieder Zehntausende demonstriert, trotz der Ausgangssperrren, die in zahlreichen Städten verhängt wurden.

„I can’t breathe“ – „Ich bekomme keine Luft.“ Das waren die Worte von George Floyd, einem unbewaffneten Mann, den am Montag in Minneapolis ein weißer Polizist minutenlang mit dem Knie auf dem Hals zu Boden gedrückt hatte. Der 46-Jährige starb wenig später im Krankenhaus.

Die Proteste gegen Rassismus fallen zusammen mit einem tiefen Frust wegen der wirtschaftlichen Krise infolge der Pandemie. Amerika bräuchte jetzt nichts mehr als eine Integrationsfigur, die das Land zusammenhält, statt es auseinanderbrechen zu lassen. Doch wie eine Krise oft das Beste aus einem Menschen herausholen kann, kommt bei Trump momentan nur das Schlechteste zum Vorschein.

Donald Trump
APA
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Szenen aus MinneapolisAPA