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Razzien nach Todesfällen durch vergifteten Schnaps

02.08.2020 • 14:06 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Razzien nach Todesfällen durch vergifteten Schnaps

Indien: Todesfälle aufgrund von illegal hergestelltem Alkohol sind üblich.

Nach dem Tod von fast 100 Menschen durch Alkoholvergiftung ist die indische Polizei mit Razzien gegen ein Schmuggel-Netzwerk vorgegangen. An mehr als 30 Orten sei es zu Durchsuchungen gekommen, sagte der leitender Polizeibeamter im Distrikt Tarn Taran im Punjab am Sonntag. Sechs Personen seien festgenommen worden.

Damit wurden bisher mindestens 25 Personen im Punjab nach mehr als 100 Razzien in drei Distrikten verhaftet. Zudem wurden Hunderte von Litern Alkohol aus Dörfern und Restaurants beschlagnahmt, sagte der Polizeichef des Bundesstaates Punjab.

Behördenangaben zufolge ereignete sich vergangenen Mittwoch der erste Todesfall. Die Polizei sei allerdings erst am Freitag alarmiert worden. Sie leitete eine Untersuchung ein, um festzustellen, ob es einen Zusammenhang zwischen den Todesfällen gab. Bei einem Teil der beschlagnahmten Flüssigkeit handle es sich um eine Form von Alkohol, der üblicherweise in der Farben- und Eisenwarenindustrie verwendet wird.

Todesfälle aufgrund von illegal hergestelltem Alkohol sind in Indien an der Tagesordnung. Hauptgrund dafür: Vieler Inder können sich keine teuren Markenspirituosen leisten. Ausgangssperren wegen der Corona-Pandemie haben es den Verbrauchern erschwert, an Alkohol zu kommen. Vergangenen Freitag starben in einem südindischen Bundesstaat zehn Männer, nachdem sie alkoholhaltige Desinfektionsmittel getrunken hatten. Die örtlichen Spirituosengeschäften hatten geschlossen.