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Rekordwert an Neuinfektionen in Israel

08.09.2020 • 10:42 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Rekordwert an Neuinfektionen in Israel

Höchster Wert an Neuinfektionen seit Ausbruch der Pandemie.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Israel hat einen Höchstwert erreicht. Das Gesundheitsministerium teilte am Dienstag mit, am Vortag seien 3.392 neue Fälle registriert worden. Das ist der höchste Ein-Tages-Wert in dem Land seit Ausbruch der Pandemie. Der bisherige Rekord stammte vom 2. September mit 3.173 Corona-Fällen. Mit 463 Fällen ist auch die Zahl der Schwerkranken so hoch wie nie zuvor.

Politik behindert Eindämmung

Politische Streitigkeiten behindern in Israel den effektiven Kampf gegen das Coronavirus. Statt ursprünglich vorgesehener Lockdowns in 40 Ortschaften mit besonders hohen Infektionszahlen sollen dort von Dienstagabend an lediglich nächtliche Ausgangssperren verhängt werden. Diese sollen von 19.00 Uhr bis 5.00 Uhr (Ortszeit) gelten.

Nach israelischen Medienberichten wurden die Beschränkungen abgeschwächt, nachdem die Bürgermeister vier strengreligiöser Ortschaften dem Regierungschef Benjamin Netanjahu einen wütenden Brief geschickt hatten. Darin drohten sie ihm den Angaben zufolge damit, ihre Unterstützung zu entziehen. Die strengreligiösen Parteien in Israels Parlament gelten als enge Verbündete Netanjahus und sind bei Wahlen oft Zünglein an der Waage.

Die Armen trifft es am härtesten

In vielen der als „rot“ eingestuften Orte mit hohen Fallzahlen leben vornehmlich ultraorthodoxe Juden oder arabische Israelis. Es sind oft Familien mit vielen Kindern, die sich häufig auf engem Raum in kleinen Wohnungen aufhalten. Daher ist es in den Gegenden besonders schwer, Abstand zu halten oder sich zu isolieren.

Die Pandemie war in Israel auch wegen eines strikten Kurses der Regierung zunächst glimpflich verlaufen. Nach raschen Lockerungen im Mai schnellten die Fallzahlen jedoch in die Höhe.

Der Erreger SARS-CoV-2 ist seit Beginn der Pandemie bei 135.043 Menschen in Israel nachgewiesen worden. 1.026 Menschen sind nach einer Corona-Infektion gestorben. Das Land hat rund neun Millionen Einwohner.