International

Warnung vor rapidem Anstieg der Toten

21.09.2020 • 16:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Gastronomie in London erholt sich - die Neuinfektionen steigen
Gastronomie in London erholt sich – die Neuinfektionen steigen (c) AFP (DANIEL LEAL-OLIVAS)

Die Corona-Todeszahlen in Großbritannien sollen laut Experten steigen.

In Großbritannien droht nach Einschätzung von Experten ein rapider Anstieg der Corona-Todeszahlen, wenn das Land nicht umgehend gegensteuert. Sollte die Pandemie nicht eingeschränkt werden, könnten bis Mitte Oktober 50.000 Infektionen pro Tag hinzukommen, warnten am Montag der Chefarzt für England, Chris Whitty, und der Wissenschaftsberater der Regierung, Patrick Vallance.

„Wenn man auf diesem Pfad weitergeht, wird die Zahl der Toten in direktem Zusammenhang mit Covid weiter klettern, potenziell auf einer exponentiellen Kurve. Das bedeutet, eine Verdoppelung und eine Verdoppelung und noch eine Verdoppelung.“ Sehr schnell könne man dann von relativ kleinen „auf wirklich sehr große Zahlen“ kommen. „Wenn wir nicht genug unternehmen, wird das Virus abheben. Und im Moment sind wir ganz klar auf diesem Pfad.“ Ohne Kursänderung werde Großbritannien „ein sehr schwerwiegendes Problem“ bekommen.

Ausbreitung in allen Landesteilen

Bereits jetzt zählt Großbritannien mit offiziell 41.777 Verstorbenen die meisten Corona-Todesfälle in Europa und die fünftmeisten weltweit. Täglich kommen mindestens 6.000 Infektionen hinzu, wie aus Daten hervorgeht, die allerdings bereits eine Woche alt sind. Die Krankenhauseinweisungen verdoppeln sich alle acht Tage, das Test-System ist an seine Grenzen geraten. Das Virus breitet sich in allen Landesteilen aus, doch nach Angaben der Experten verfügen nicht einmal acht Prozent der Bevölkerung über Antikörper. Es müsse gehandelt werden, und zwar schnell, mahnten die beiden Wissenschafter. Der Winter stehe bevor und das Covid-Problem werde Großbritannien noch mindestens ein halbes Jahr zu schaffen machen.

Für mehrere Gegenden wurden bereits striktere Maßnahmen zur Eindämmung angeordnet, so zuletzt für große Teile von Wales, wo ab Dienstagabend knapp ein Drittel der Bevölkerung sich nur noch eingeschränkt bewegen darf. Auch die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon stimmte ihre Landsleute bereits auf weitere Einschränkungen ein. Am Dienstag will sich Premierminister Boris Johnson an die Briten wenden. Die Regierung erwägt striktere Vorkehrungen, allerdings will sie einen erneuten vollständigen Lockdown vermeiden.