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Börsen im Bann der Ukraine-Krise

24.01.2022 • 21:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Börsen im Bann der Ukraine-Krise

Zinssorgen und Ängste haben Aktienmärkten enorme Verluste beschert.

Auf den internationalen Märkten lasten derzeit die Sorgen vor steigenden Zinsen wegen des weltweit anhaltenden Teuerungsschubs auf der einen Seite und ein möglicher Krieg zwischen Russland und der Ukraine auf der anderen. Unter Marktexperten war die Rede von einem Risiko-Mix, weswegen Anleger auf größere Distanz zu Aktien gehen würden.

Manche Investoren sprachen bereits vom Platzen einer Spekulationsblase. So sagte US-Starinvestor Jeremy Grantham, der sich seit Jahren mit Marktblasen beschäftigt, bereits vergangene Woche, der historische Einbruch, den er vor einem Jahr vorhergesagt habe, sei nun im Gange.

Große Aufmerksamkeit kommt nun im weiteren Wochenverlauf den Ergebnissen der US-Notenbanksitzung (Fed) am Mittwoch zu. Laut den Experten der Commerzbank werden vor allem Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell Signale zum Tempo der Leitzinserhöhungen mit Spannung erwartet. Zuletzt gingen die Anleger davon aus, dass die Fed wegen der hohen Inflation schneller gegensteuert als bisher gedacht. Rasche und deutliche Zinserhöhungen könnten auf alle Fälle zum Problem für Unternehmen mit hohen Schulden werden. Überdies lastet die Inflation in Form höherer Löhne sowie Rohstoffkosten auf den Gewinnmargen.

ATX minus 4,07 Prozent: Massive Verluste auch in Wien

Der Wiener Leitindex ATX fiel am Montag um massive 4,07 Prozent auf 3.703,01 Einheiten. Zeitweise hatte das Börsenbarometer fast fünf Prozent verloren. Mit Blick auf die schwer gewichteten Bankentitel rutschten die Papiere der Erste Group um 4,4 Prozent ab. Raiffeisen und BAWAG verloren ebenfalls mehr als vier Prozent. Unter den weiteren Bluechips sackten in der Ölbranche OMV um 2,9 Prozent ab. In der Versorgersparte büßten Verbund indes 2,2 Prozent ein. Für die Aktien des Branchenkollegen EVN ging es um stärkere 3,8 Prozent hinab. Starke Kursverluste verzeichneten zudem die schwer gewichteten Aktien des Ziegelherstellers Wienerberger. Sie reduzierten sich um satte 6,7 Prozent. Die deutlichsten Abgaben verbuchten am Montag die Papiere der Do&Co, die um 9,8 Prozent nachgaben. Stark im Minus waren zudem FACC mit minus 8,4 Prozent. Marinomed, Lenzing und AT&S verloren dahinter zwischen 7,1 und 8,1 Prozent. Die einzigen Gewinner im prime market Segment waren die Aktien der Kapsch TrafficCom mit plus 1,6 Prozent.

Tiefrot, von Frankfurt bis London

Auch an den europäischen Leitbörsen setzte sich der schwache Trend der Vorwoche am Montag ungebremst fort. Der Euro-Stoxx-50 ging mit einem satten Minus von 4,14 Prozent bei 4.054,36 Punkten aus dem Handel. Der DAX in Frankfurt stand zum Schluss mit einem klaren Minus von 3,80 Prozent bei 15.011,13 Einheiten. In London gab der FTSE-100 um 2,63 Prozent auf 7.297,15 Einheiten nach und der CAC-40 in Frankreich schloss um 3,97 Prozent schwächer bei 6.787,79Punkten.