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AKW Tschernobyl vom Strom abgeschnitten

14.03.2022 • 23:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Netzbetreiber: Tschernobyl erneut vom Strom abgeschnitten
Netzbetreiber: Tschernobyl erneut vom Strom abgeschnitten (c) APA/AFP/SERGEI SUPINSKY

Derzeit versorgen Dieselgeneratoren die Anlage mit Strom.

Das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl ist nach Angaben des ukrainischen Netzbetreibers Ukrenerho erneut von der externen Stromversorgung abgeschnitten. Die Leitung, die das Werk sowie die nahe gelegene Stadt Slawutytsch nördlich von Kiew versorge, sei von den russischen Kräften beschädigt worden, teilte Ukrenerho am Montag mit. Das AKW werde derzeit über Dieselgeneratoren versorgt, sagte Konzern-Chef Wolodymyr Kudryzkji im Fernsehen.

AKW Tschernobyl
Satellitenaufnahmen zeigen das Gelände am 10. März 2022.AP

Die russischen Streitkräfte haben das Gelände um das ehemalige Atomkraftwerk kurz nach ihrem Einmarsch am 24. Februar besetzt. Tschernobyl war am vergangenen Mittwoch von der Stromversorgung abgeschnitten worden. Stromleitungen seien durch Beschuss beschädigt worden, teilte die ukrainische Seite damals mit. Russland gab seinerseits ukrainischen “Nationalisten” die Schuld. Am Sonntag teilte der ukrainische Betreiber Enerhoatom auf Telegram mit, dass Tschernobyl wieder vollständig an die Stromversorgung angeschlossen sei.

Granate schlug auf Gelände unterirdischer Gasspeicheranlage ein

In Tschernobyl kam es 1986 zu einem verheerenden Atomunfall. Der zerstörte Reaktor ist mit einer großen Kuppel überbaut worden. Noch heute werden dort radioaktive Abfälle gelagert.

Außerdem ist das Gelände eines unterirdischen Gasspeichers in der nordukrainischen Region Tschernihiw nach Angaben der Betreiberfirma durch Granatbeschuss getroffen worden. Eine Granate sei in einem Gebäude auf dem Gelände des Gasspeichers Olyschiw (Olyshiv) eingeschlagen und habe eine Methanol-Pumpstation beschädigt, teilt die staatliche Gasgesellschaft Naftogaz mit. Die Speicheranlage sei evakuiert und niemand verletzt worden.

Keine Gefahr für Österreich

“Die Strahlenschutzabteilung des Klimaschutzministeriums beobachtet die Lage in der Ukraine genau und ist in engem Austausch mit den zuständigen Behörden und der Internationalen Atomenergie Organisation”, hieß es in einem Statement des österreichischen Umweltministeriums gegenüber der APA. Die Ukrainische Aufsichtsbehörde habe bestätigt, dass die Anlagen in der Sperrzone Tschernobyl vom Stromnetz getrennt und seit heute 13.00 Uhr von Dieselgeneratoren mit Strom versorgt werden.